Riga - Verliebt in 3 Akten (Part III) 

Mit den Füßen +++ Mit den Augen +++ Mit dem Bauch


3. Akt - Mit dem Bauch 

Dieser Part ist für uns bei jeder Reise der wichtigste. Über das Essen lernt man, finde ich, extrem viel über die Menschen, die Kultur, ja sogar die Geschichte. Warum? Hier ein Beispiel: Als wir unseren Vermieter nach typisch lettischen Restaurants fragten, sagte er: "Es gibt einige, aber für euch als deutsche wird nicht viel Neues dabei sein". Die deutsche und die russische Küche haben starken Einfluss auf die traditionelle lettische Esskultur genommen. Sauerkraut, Eisbein, Kartoffeln sowie eingelegtes Gemüse jeder Art sind keine Seltenheit. Die Besetzung der Deutschen und die Sowejetzeiten haben eben auch hier ihre Spuren hinterlassen.

 

Neben traditioneller Küche, findet man in Riga aber für jeden Geschmack etwas. Derzeit sprießen wie bei uns viele Burgerläden und süße Cafés aus dem Boden. Ich hatte mich im Vorwege auf diesem Riga-Blog ein wenig schlau gemacht und ein paar süße Restaurants rausgesucht.

 

Unser erster Stop: Parunāsim. Kafe'teeka.

Ein super süßes Café direkt in der Altstadt. Es ist erst seit 3 Wochen geöffnet und einfach entzückend. Leider hatten wir uns im Supermarkt gerade einen Snack gegönnt (Brot mit Wurst und Sauren Gurken sowie die wahnsinnig oberleckeren Quarkriegel) und haben den selbstgemachten Kuchen nicht probiert. Allein der Anblick war schon sündig :-)

Am Abend ging es dann in die besagte Ala Bar (siehe 1. Akt):

Nach all den süßen Cafés, die ich anschauen, fotografieren und testen wollte, freute sich vor allem Fjodi auf den rustikalen Bierkeller. Doch hier kann man nicht nur ganz fantastisch Bier trinken (27 lettische Sorten frisch vom Fass gezapft) sondern auch vorzüglich speisen. Wir fingen mit einer "beer platter" an und erwarteten nicht viel, bekamen jedoch ein großes Holzbrett mit Wurst, Käse, dem heftigsten Knoblauchbrot ever und frischem Gemüse zum dippen. Es folgten Fleischbällchen und mehr Bier. Das fantastisch klingende Dessert: traditional home style cottage cheese fritters coated in cinnamon sugar and rose water, served with mulled wine sautéed fruit passte beim besten Willen nicht mehr rein - aber kein Problem, wir sind am kommenden Abend einfach noch einmal nur für das Dessert gekommen und WOOOWSA es hat sich gelohnt >> #foodporn! 

Der nächste Tag begann mit einem Frühstück im YOLO (hell yeah, you only live once). Dieses Plätzchen entdeckten wir via spotted by locals. Der kleine selbstgemachte Brunch war genau der richtige Start in den Tag, denn das viele Bier und Tanzen hatte seine Spuren hinterlassen. Nach allerlei Köstlichkeiten wie: gefüllten Eiern, Pasteten, eingelegtem Gemüse, sauren Gurken noch und nöcher, frischem Schwarzbrot, geräuchertem Käse und und und ging es uns (oder vor allem mir) viel besser und die Stadtentdeckung ging weiter. Für 10€ inklusive Getränke war es ein wirklich preiswertes Vergnügen.

Wobei die Preise für Essen und Getränke generell sehr viel günstiger als in Deutschland sind und es daher noch mehr Spaß macht auswärts zu essen. Das YOLO ist mit Sicherheit auch eine tolle Alternative für den Abend

Wir testeten noch weitere Restaurants wie das: Alus Seta oder das Flying Frog. Die Läden waren total in Ordnung, aber keine Highlights. Beide wurden uns wärmstens empfohlen, sei es von der GEO Saison, dem Lonely Planet Traveller oder aber unserem Vermieter. Wir fanden sie ein wenig overrated und sie haben uns bei weitem nicht so gut gefallen wie die drei oben genannten.

 

Frühstück kann man sich in Lettland auch total super selbst machen. Wir genossen unser Osterfrühstück mit vielen Leckereien vom Markt im Kalnciema Viertel und lümmelten vor dem Kamin :-)

 

Epilog

An dieser Stelle möchte ich noch eine Lanze brechen für das "Chillen auf Städtetrips". Auch Fjodor und ich sind schon in Städte gereist von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten gehetzt und haben danach die Stadt gar nicht so recht erLEBT. Jetzt machen wir es anders: in Städten wohnen wir meist in Airbnb Unterkünften, kochen auch mal selbst, beobachten das Geschehen und lassen mal eine Sehenswürdigkeit weg...(total verrückt :-) ) so hat man mehr Zeit sich in eine Stadt zu vergucken ... wie wir in Riga!

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Kommentare: 1
  • #1

    Fladder (Sonntag, 05 Juli 2015 20:11)

    Super beschrieben!
    Der Artikel hat mich sehr für die Planung unseres Riga-Trips inspiriert!
    Vielen Dank dafür!