Jerusalem: Gott und die Welt treffen 

Islam, Christen- oder Judentum? Was darf denn heute sein? Nirgendwo auf der Welt scheinen die großen Weltreligionen so nah beinander zu sein wie in Jerusalem… Weder Fjodor noch ich sind besonders gläubig. Im Unterschied zu Fjodor bin ich zwar in der Kirche, aber mich praktizierende Kirchgängerin zu nennen, wäre vermessen. Doch in der heiligen Stadt, prasselt so viel Geschichte und Magie auf uns ein, dass es mit dem Nicht-Glauben gar nicht so einfach ist. 


Los ging die Reise zur Holy-City im Mietwagen. Ja, genau, denn hingegen aller Tipps à la „Oh nein, mit dem Auto, das geht gar nicht“, haben wir wagemutig die 75km-lange Strecke von Tel Aviv in die israelische Hauptstadt auf uns genommen. Und siehe da: Direkt vor der Altstadt gibt es ein Parkhaus, dass überraschenderweise gar nicht so teuer ist wie der Rest des Landes und der Verkehr ist auch nicht schlimmer als in Rom. Hupen hilft! 

 

Tipp zum Mietwagen: Wir waren erstaunt wie günstig die Kiste war. Mit 30$ am Tag echt ein Schnäppchen und damit gar nicht viel teurer als zwei Bustickets hin und zurück. 

 

Mietwagen = Flexibilität! Diese haben wir auch gleich genutzt, den Tipp unseres Air BnB Hosts befolgt und den Mahane-Yehuda-Markt besucht. Es war eine großartige Empfehlung. Und jetzt, lesen und Augen schließen: Hier hört man Marktschreier auf hebräisch Ihre Waren anpreisen, riecht die frischen Kräuter, vor allem Petersilie, aber auch Safran und Curry. liegen in der Luft. All die Gewürze erfreuen nicht nur das Näschen sondern auch die Augen. Alles strahlt bunt in rot, gelb, grün! Probieren ist ein Muss. 

Gestärkt von unserem israelischen Lunch ging es in die heilige Mitte - die Altstadt Jerusalems. 

Ich hatte vorher bereits gelesen, dass das Straßenmarkt-Labyrinth und die Gässchen nichts für Orientierungslose (MICH) sind. Aber siehe da: selbst mein Navigator-Fuchs Fjodi war stellenweise lost. Ihr müsst euch das so vorstellen: Man betritt die Altstadt durch eines der historischen Tore und landet unweigerlich inmitten der 120.000 scheinbar unterirdischen Marktgässchen. Hier und da kann man ein bis zwei Stockwerke höher gehen und landet auf den Dächern - mit einem völlig anderem Stadtbild. Die Stadt ist in unterschiedliche Viertel eingeteilt: Jüdisches, Christliches, Muslimisches, Armenisches, …. Während die Touristen orientierungslos von einem Viertel ins nächste stolpern, kämen die Anwohner nicht auf die Idee auch nur eine falsche Gasse zu wählen. 

Ok, an der Kleidung wie an den angebotenen Souvenirs merkt der aufmerksame Tourist natürlich doch, wo er er gerade ist. Pali-Tücher und Arrafat-Poster in dem einen Gang, Kippas und Israel-Flaggen im nächsten. Oder auch Verschleierte Frauen im Gegensatz zu Orthodoxen Juden mit Hut und langem Bart. Jetzt wird auch uns klar, warum man die Stadt den Schmelztiegel der Religionen nennt und nicht so einfach aufteilen kann. 


Der Zentrale Punkt der Stadt ist die Klagemauer am Fuße des Tempelbergs. Auch hier ist der Konflikt zum Greifen nah: Die Klagemauer, heiligste Städte der Juden bildet einen Teil der Grundmauern für die 3. heiligste Stätte der Muslime, den  Felsendom und ringsum vervollständigen christliche Kirchen das Bild. Wahnsinn, so viel Geschichte auf einmal, dass muss man erstmal verdauen. 

An der Klagemauer wünschten wir uns nacheinander etwas für unsere Zukunft. (Männer und Frauen haben unterschiedliche Gebets-Sektionen). Danach erhaschten wir einen kurzen Blick auf den Felsendom (Nicht-Muslime haben nur sehr speziellen Uhrzeiten Zutritt) und besuchten einige christliche Kirchen. Um Jerusalem, seine Geschichte und auch den Konflikt noch besser zu verstehen, müssten wir noch mehr Zeit dort verbringen. Aber auch nach ein paar Stunden, hat die Stadt es geschafft uns ein wenig zu verzaubern und wir haben für einen Moment an das Überirdische geglaubt. 

 

**** TOP TIPP ****

Östlich der Altstadt liegt der Ölberg mit dem größten jüdischen Friedhof der Welt. Von hier hat man den besten Blick auf die Altstadt mit ihren Stadtmauern. Der Aufstieg lohnt sich allemal! 

**** SICHERHEIT ****

Und noch was: Bei unserem Besuch in Jerusalem haben wir uns durchweg sicher gefühlt und auch der Abstecher nach Ost-Jerusalem war dank Mietwagen kein Problem. Wir haben die Hinweise des deutschen auswärtigen Amtes durchaus Ernst genommen, aber mit gesundem Menschenverstand, läuft es wie eigentlich überall auf der Welt gar nicht so schlecht. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Maja (Sonntag, 21 Juni 2015 14:27)

    Tolle Fotos...und ich fühlte mich natürlich direkt an letztes Jahr erinnert ☺️

  • #2

    Jani & Fjodi (Sonntag, 21 Juni 2015 14:28)

    Oh wie schön, das freut uns sehr! :-)

  • #3

    Maria (Donnerstag, 02 Juli 2015 14:41)

    Ach wie toll, ich freu mich für euch, dass ihr so viele tolle Erlebnise hattet :) Und ich hoffe ganz doll, dass es im Nobember auch für mich mit Israel klappt.