Vinschgau für Duracell-Häschen

Der Vinschgau - den meisten bekannt von den Apfelstickern als Region für wirklich gute Äpfel. Doch die Region kann mehr .. viel mehr. In Südtirol gelegen, bietet die Region alles was das Aktivurlauber-Herz höher schlagen lässt: Wanderwege, Mountainbikestrecken, Wasserfälle, wilde Flüsse .. genau das richtige also für Duracellhäschen :-)

Leider hatten wir in dieser wunderschönen Region nur sechs Tage. Im Hotel Tyrol angekommen fallen einem als erstes die vielen Rose-Bikes ins Auge. Kein Wunder, die Region eignet sich hervorragend für jegliche Arten von Radtouren und das Hotel kooperiert mit der Firma Rose. Nach einem entspannten Nachmittag am Pool am Ankunftstag sollte es am nächsten Tag deutlich aktiver werden.


Wir haben uns für Mountainbiken entschieden. Jana und ich, absolute Neulinge auf dem Gebiet des Downhill, haben uns zwei "Fullies" gemietet (Räder mit Federgabeln vorne und hinten) und sind mit einer Gondel hoch zum Aschbach.

Von der Bergstation noch eben 400 Höhenmeter hoch (erste Ehekrise, weil anstrengend ...) und dann ging es auch schon runter. Die Sonne schien bei angenehmen 30°C im Tal (Höhenlagen etwas kühler) mit mir um die Wette, alles um uns herum in ein sattes Grün getaucht, vor uns in der Ferne Meran und ein leichter Duft Kuhmist hier und da. Die richtigen Trails haben wir uns nicht getraut und sind auf der Schotterpiste geblieben. Auf dem Weg passierten wir eine Skipiste und ich wollte schon immer mit einem Fahrrad da runter :-) Die Piste erwies sich steiler und das Gras als härter als es aussah. Dieser Sturz sollte länger in Erinnerung bleiben. Hauptsache aufstehen, richtung Frau lächeln und so tun als hätte man sich bei dem Überschlag nichts getan (Ehekrise war noch nicht komplett um und sie hat es ja vorhergesehen ...). Im Tal noch eben einen Wasserfall besichtigen und ab an den Pool.

Der zweite Tag sollte etwas ruhiger werden, also normale Fahrräder mieten, was bei mir ein Mountainbike nur mit einer Frontfederung und bei Jana ein türkises Hollandrad bedeutet. Ein Bus hat uns nach Reschen (80km entfernt) gebracht. Dort steht im Örtchen Graun eine Kirche im Wasser. Von dort ging es den gesamten Weg zurück nach Rabland. Auf diesen 80km verliert der Weg 1500 Höhenmeter und führt an unzähligen Obstgärten vorbei - allen voran an Apfelbäumen. Das Vinschgauertal trennt den Alpenhauptkamm von den Dolomiten und ist dadurch sehr breit und ein Garant für 300 Tage Sonne im Jahr. Für uns Hamburger ist das was ganz Verrücktes und irgendwie nicht ganz normal. Überall riecht es nach frischem Obst, man passiert viele wunderschöne kleine Städtchen und und das Herz freut sich. Die 80km-Tour haben wir etwas unterschätzt, man sollte sich wirklich den gesamten Tag Zeit nehmen und nicht wie wir am Nachmittag noch eine Schnapsverkostung in Partschins einplanen, dadurch wird es nämlich etwas stressig irgendwann .. Die Führung durch die Hofbrennerei Gaudenz und die Verkostung können wir nur wärmstens empfehlen. Christine ist eine wirklich herzliche Gastgeberin und lässt einen alle Sorten probieren, die es so gibt. Und tatsächlich schmecken unterschiedliche Apfelsorten im direkten Vergleich ganz anders ;-)

Tag drei sollten endlich die Gipfel erklummen werden. Die Spronser Seen auf 2500m Höhe waren unser Ziel. Wir haben uns einen schwarzen Steig ausgesucht und los ging es. Zunächst mit dem Einer-Sessellift und dann mit einer Korbgondola (ja sowas gibt es) ging es auf 1300m. Ab da eine kurze Wanderung über den Meraner Höhenweg und dann ging es schon hoch auf den Steig die nächsten 1200m zur Seenplatte hinauf. Der Steig, anspruchsvoll, aber gut begehbar und an den exponierten Stellen gesichert, führt über ein kleines Waldstück und immer mit Aussicht auf das gesamte Tal hoch auf einen Kamm und danach zur Seenplatte. Die Spronser Seen sind wunderschön gelegen und die Anstrengung absolut wert. Der Langsee ist von Steinen umgeben und Bergziegen grasen überall rum. Der Grünsee sieht von oben wirklich grün aus und stürzt in einem kleinen Wasserfall in den Oberkaser. Am letzteren steht die Oberkaseralm. Dort muss man einfach halten: ein Familienbetrieb, umgeben von Kühen, ein Wasserfall im Hintergrund, ein Weissbier und ne Jausenplatte ... herrlich. Der Abstieg ist deutlich einfacher und wir freuten uns wieder im Tal und am Pool angekommen zu sein. Die Sauna tut nach so einem Tag richtig gut!

Eine Anmerkungen noch zum Wetter: wir waren sehr überrascht, dass die Wanderrouten nicht so voll waren wie man sonst immer hört. Eine Wanderin hat uns erzählt, dass es zu heiß sei. Ja, unten im Tal sind 32°, aber oben auf 2500m sind es frische 16° und damit definitiv nicht zu heiß. Für uns also perfektes Wanderwetter.

Am letzten Tag sollte dann noch etwas Abwechslung reinkommen und so entschieden wir uns nach langem Vorschwärmen meinerseits für Mountain Rafting. An dem Einstieg angekommen hat unser Guide erstmal erzählt, dass es seit Wochen nicht mehr geregnet hat und das Wasser sehr flach sei. Damit seien wir eine der letzten Touren auf der spannenden Passer, ab morgen sollte es dann auf die langweilige Etsch gehen. Wir also rein in den Neo und entgegen Janas Erwartungen zunächst in den Fluss hinein und üben wie man schwimmt mit Weste in einem wilden Fluss. Anfangs etwas kalt, ist das eine sehr sinnvolle Übung und macht zudem auch noch Spaß. Als nächstes Boot ins Wasser und zu fünft den Fluss hinunterstürzen (Guide, ein Vater mit Sohn, Jana und ich). Der Schwierigkeitsgrad ist moderat und eine sehr gute Mischung aus langsamen Passagen mit halbwegs anspruchsvollen Stromschnellen. Wir hatten einen sehr guten Guide und so fühlte sich Jana die ganze Zeit sicher. 

Die Tour ist sehr abwechselungsreich und man merkt nicht wie die Zeit vergeht. Ein kurzer Badestop hier, vom Felsen springen dort, im Fluss treiben lassen kombiniert mit paddeln und alle ins Boot springen... kann ich nur empfehlen. Da man beim raften immer nass wird gibt es nur leider kaum Fotos.

Am Nachmittag ging es dann über Meran und die Forstbrauerei (unbedingt den Biergarten besuchen) zurück an den Hotelpool und den letzten Tag ausklingen lassen.


Am nächsten Tag wollten wir eigentlich noch paragliden, aber es hat leider zugezogen, denn auch in Südtirol gibt es ab und an Wolken.

 

Südtirol ist Aktivurlaub pur. Wandern, Radfahren, Laufen, Raften, Paragliden, alles was das Herz begehrt. Für mich genau das Richtige - wir kommen wieder!

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