Vancouver zaubert Freudentränen

Vancouver begeistert … Nach nur zwei Tagen in der Stadt muss ich sie direkt in meine Top 5 und in mein Herz aufnehmen. Mich erinnert die Stadt sehr stark an Sydney mit einem leichten Ami-Touch. Okok, das Klima hier ist anders, aber dafür hat man neben dem Strand direkt die Berge. Vom Grouse Mountain kann man Downtown und den Pazifik sehen. 

Die Stadt ist eine sehr angenehme Mischung aus allem. Es ist eine riesige Metropole, aber kein Molloch, es gibt (unter anderem) Essen wie in den USA, aber die Menschen sind schlank und schön, Die Stadt ist groß, aber alles trotzdem sehr gut erreichbar, man kann im Pazifik schwimmen oder Skifahren (unterschiedliche Saisons ;) ).

Nach nur ca. 10 Stunden Flug und 9 Stunden Zeitverschiebung ist man angekommen in der Perle am Pazifik. Ich habe mir direkt einen Mietwagen genommen und bin direkt in die Stadt. Was direkt auffällt: es gibt keine Autobahnen und der Weg nach Downtown erscheint wie eine größere Straße in einem Vorort. Hinter mächtigen Brücken sieht man die Skyline Vancouvers. Auf einer Halbinsel gelegen mit dem Stanley Park als Spitze. Wagen am Hotel (The Buchan) abgestellt und los ging es zu Fuß über die Haupteinkaufsstraße Robson St und Vancouver City Center zum Vancouver Lookout. Dort kann man aus 177m Höhe die Stadt bewundern. Der Preis ist mit $16 zwar nicht günstig, aber man erhält ein Tagesticket und kann bis Abends um 9 so häufig wiederkommen wie man möchte. Direkt dort in der Nähe ist die Waterfront: ein Convention-center, mit Schiffspassagierterminal und dem Aquabus. Dieser ist ein Muss auf jeder Vancouver-Reise. Mit der kleinen Fähre kann man über den Fluss nach North Vancouver fahren (und wieder zurück). Das Ticket kostet nur $4 und ist 90 Minuten gültig. Bei der Überquerung sieht man ständig Wasserflugzeuge in der kleinen Bucht starten und landen. Danach bin ich die üblichen Ziele der Reiseführer abgelaufen: Steamclock und Gassy Jack in Gastown, Milleniumgate in Chinatown … Was mir sehr gefällt sich die vielen unterschiedlichen kleinen Brauereien und Pubs mit lokalen Sachen: Steambrew, Granville Brew, Railway Station haben mich alle überzeugt ;)

Typisch für eine Reise in den Westen: aufwachen um 5:45. Also Laufschuhe an und los geht es in den Stanley Park. Ein 8,8km langer Pfad umrundet die Halbinsel. Als Fussgänger in beide Richtungen begehbar, kann man als Radfahrer oder Inlineskater nur gegen den Uhrzeigersinn fahren. Nach der kleinen Laufrunde und einem leckeren Frühstück in einem der unzähligen Cafés und Restaurants der Denman St. ging es rauf auf das Rad. Noch einmal um den Stanley Park rum, diesmal in die andere Richtung und am False Creek entlang nach Granville Island (Tour ca. 25km - 5 Sh). Meine Highlights:

  1. Totempfäle im Stanley Park
  2. Die Miniferries am False Creek
  3. Durchfahrt unter den großen Brücken auf der Nordseite
  4. Granville Island mit dem Markt und dem bunten Treiben

Da der Tag aber noch nicht vorbei war, das Wetter herrlich, der Mietwagen bereitstand und ich etwas übermütig war bin ich zum Grouse Mountain (ca. 15 Min von Downtown) gefahren. Ich habe gelesen, dass es eine one-way hicking/lauf-Strecke auf den Berg gibt. Meine Augen funkelten bei der Herausforderung. Einmal in Zahlen: 2,9km, 853 Höhenmeter und dabei 2830 Stufen, die meisten davon kniehoch. Und das ganze auf Zeit :) Ich bin also wieder rein in die Sportklamotten und hoch ging es. Nach 45:02 min habe ich die Spitze erreicht. Die Beine brennen, aber die Aussicht entschädigt. Pazifik und Downtown liegen einem zu Füßen. Der Aufstieg lohnt sich alle mal (man kann auch in Ruhe hochsteigen - das tun die meisten). Auf jeden Fall $10 Dollar mitnehmen für die Gondel ins Tal (one-way trail) und auf die Zeit achten, da der Trail abhängig von der Jahreszeit Öffnungszeiten hat. Man kann auch mit der Gondel hoch, kostet allerdings schlappe $46!

„Und was hat das ganze mit Freudentränen zu tun?“ Bei meinem Lauf durch den Stanley Park habe ich etwas gemacht was ich sonst NIE mache: anhalten. In ca. 50-100m Entfernung zu mir schwamm durch die Bucht eine Walfamilie. Immer mal wieder auftauchend und Wasser aus dem obigen Loch sprühend. Ein sehr beeindruckendes Spektakel. Das ganze Kombiniert mit der aufgehenden Sonne im Hintergrund, den großen Containerschiffen auf der anderen Seite und der wirklich sehr frischen Luft hat mich einfach überwältigt und mir eine kleine Freudenträne aufs Gesicht gezaubert – oder war das vielleicht doch nur der kühle Laufwind. Das bleibt ungeklärt, aber diesen Augenblick werde ich nicht vergessen – vielen Dank Vancouver!

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