Toronto - die sportliche Ostküstenmetropole

Eine Skyline, eine Waterfront, ein riesiger See, Stahlbeton soweit das Auge reicht und Sport, Sport, Sport - genau das was man von einer modernen Metropole und der größten Stadt Kanadas erwartet! Toronto besticht durch viele Dinge, ist eine schöne Stadt und möchte erkundet werden!

Toronto wirkt auf den ersten Blick wie ein kanadischer Ableger von New York, bei genauerem Hinsehen stellt man allerdings fest, dass die Stadt trotz der Parallelen einen eigenen Charme besitzt. Vom Flughafen gibt es mehrere Wege in die Stadt, ich habe mich für den günstigsten entschieden und kann diesen auch nur empfehlen: Für nur $3 geht es mit einem Expressbus (Nr. 192) bis zur Kipping-Station und dann mit der Ubahn in die Stadt. Die Fahrt dauert insgesamt knapp unter einer Stunde und man kann direkt da aussteigen, wo man hinwill. Ich habe mich in das Downtown Home Inn B&B an der Church St einquartiert (in der Nähe der Wellesley-Station). Das Downtown Home Inn ist eine unglaublich süße Unterkunft. Der Inhaber Kerem pflegt die sechs Zimmer, als würde er Freunde erwarten. Im Eingangsbereich ist ein großes Esszimmer und eine große Küche. Frühstückssachen sind in der Küche vorhanden und man kann sich selbst bedienen und nach Belieben austoben (Omelett machen oder Pfannkuchen braten - es ist alles möglich). Das B&B liegt mitten im sehr ausgeprägten Schwulenviertel der Stadt umgeben von Bars, Pubs, Kneipen, Clubs, Restaurants etc.

Toronto ist ganz schön groß und da die Ubahn einfach schlecht ist (nur drei Linien bei 2,6 Millionen Einwohnern) und Busse auch nicht so recht zu funktionieren scheinen, ist die wichtigste Frage zum Erkunden der Stadt: Wie kommt man rum? Zum Glück gibt es das Bike Share Toronto. Für $5 am Tag kann man bis zu 30 Minuten kostenlos Fahrrad fahren und Abstellplätze sind über die gesamte Stadt verteilt. So ging es für mich am Dundas Square (der Times Square Torontos) an die Waterfront zum CN-Tower und dem Rogers Centre. Mitten in der Skyline direkt am CN-Tower steht ein alter Rangierbahnhof mit der Steamwhistle Brewery. Da ich an keinem Brauhaus vorbeilaufen kann, ging es direkt rein. Vor Ort saßen alle mit nem Bier (11Uhr morgens) und schauten Baseball. Die Toronto Blue Jays haben gerade im Viertelfinale der Playoffs gespielt. Ich habe mich sofort wohl gefühlt, also kann Sightseeing ein bisschen warten ;-) Dieses Spiel sollte mich den Tag über begleiten, denn anschließend habe ich mir überlegt in das benachbarte Rogers Centre (da wurde gespielt) reinzuschauen. Einfach mal naiv sein und durchgehen. Ich konnte bereits auf das Spielfeld gucken, da wurde ich leider von einem Ordner angehalten und musste dann umdrehen .. Also weiter aufs Rad und durch die unterschiedlichen Viertel der Stadt radeln (Finance District, China-Town, Universität). Die Uni ist wirklich schön und ich hätte da gerne mal studiert. Anschließend ging es in das Distillery District. Das ist ein sehr altes Viertel mit sehr alten Industriegebäuden und vielen kleinen Shops, Restaurants und einem Brauhaus. Das ist ein Viertel wie es Jana direkt ins Herz schließen würde: alte rote Backsteinhäuser, alles beleuchtet und überall riecht es nach leckerem Essen.

Am Abend, zurück in der Unterkunft, habe ich mich in das nette Esszimmer gesetzt und bin mit zwei Mädels ins Gespräch gekommen. Die beiden wollten am nächsten Tag weiter und hatten heute Tickets für den Hop-on Hop-off Bus gekauft. Da die Tickets drei Tage gültig sind haben sie mir diese für etwas Wein weitervererbt ;-) Ich glaube nicht, dass ich die $45 für ein Busticket bezahlt hätte, allerdings kann ich diese nur empfehlen, denn die Bustour hat mich sehr positiv überrascht und mir die schönsten Seiten der Stadt gezeigt.

Gleich morgens, nach dem wirklich leckeren Frühstück (Müsli, Omelette und frischer O-Saft) bin ich direkt zum Bus. Die Tour ist sehr informativ und es fahren Guides mit, die auf alle Wünsche reagieren und mit wirklich viel Spaß an der Sache die Stadt erklären und Tipps geben (nur auf English). Ich bin beim Casa Loma ausgestiegen, einem Schloss das ein privater Mann im Jahr 1918 erbaut hat. Von außen kann man leider nicht so viel sehen und der Eintritt ist recht happig. Ich hatte das Glück, dass im Oktober immer noch offene Busse eingesetzt wurden, denn die Sonne schien und es war ein herrlicher Tag. Der größte Trumpf der Bustour ist jedoch die inkludierte Bootstour. Ab der Waterfront fährt ein Schiff in 45 Minuten über den Lake Ontario durch die Kanäle der vorgelagerten Inseln vor der Stadt. Der Ausblick ist wirklich wunderschön und vom Boot hat man die Postkartenmotive direkt im Blickfeld. Schaut euch einfach die Bilder an :-)

Nach der Bootstour ging es weiter mit dem Bus durch die Stadt. Ich habe mitbekommen, dass die Toronto Maple Leafs am Abend in der NHL (Eishockey) spielen. Da ich schon immer mal ein NHL-Spiel live sehen wollte, habe ich mir kurzerhand eine Karte geholt. Tipp: am Spieltag werden die Karten reduziert angeboten, obwohl ich $80 für ein Ticket in der vorletzten Reihe unter dem Dach nicht gerade günstig finde. Aber in Deutschland gibt es nunmal keine NHL, also in den sauren Apfel beißen und hin! 

Fazit

Toronto ist spektakulär. Die Skyline ist sehr schön, die Stadt ist absolut sportverrückt, jeder läuft mit Blue Jays oder Maple Leafs Trikot / Cappie / Schal etc rum. Dies, kombiniert mit den unterschiedlichen Vierteln, macht die Stadt sehr interessant und definitiv einen Besuch wert. Ich würde jetzt nicht extra nur für Toronto über den Atlantik fliegen, aber wenn man in der Nähe ist, kann man eine sehr schöne Zeit dort verbringen und bekommt definitiv einiges zu sehen ;-)

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