Costa Rica - Central Valley und Karibikküste

Der zweite Stop unserer Weltreise war Costa Rica. Das kleine Land in Mittelamerika das nur 0,03% der Landfläche der Welt einnimmt, allerdings über 5% aller Flora und Fauna Arten beherbergt, von zwei Ozeanen umspült wird und seit nunmehr über 60 Jahren kein Militär hat. 

Da New York recht teuer ist und Silvester nun vorbei, sind wir direkt am 01.01. nach San José in Costa Rica weitergeflogen. Der günstigste Flug ging über Nacht und so stiegen wir um 23:59 Uhr in den nur 4 Stunden 45 Minuten langen Flug ein. Die kurze Nacht war nicht besonders erholsam, denn der gesamte Flug war turbulent und eine Ankunft um Viertel vor vier Ortszeit ist auch nicht besonders angenehm. Aber zum Glück hatten wir bereits im Voraus ein Hostel reserviert und einen Airport Pick-Up arrangiert. Der Plan war direkt ins Hostel zu fahren, noch ein paar Stunden zu schlafen und dann die Stadt zu erkunden. Soweit wie gesagt der Plan… Leider hat Diego (Name unseres Fahrers) es versäumt uns abzuholen. Also sind wir mit einem offiziellen (roten) Taxi in die Stadt. Da man für einen Euro etwa 580 Colon bekommt, rast der Meter (ähnlich wie der Fahrer). Ampeln sind zu dieser Tageszeit nur Zierde, Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht gültig und der Anschnallgurt nur eine Einschränkung des Bewegungsraumes und damit ein Sicherheitsrisiko. Heil am Hostel angekommen (etwa 30€) mussten wir leider feststellen, dass die Rezeption um diese unchristliche Uhrzeit noch nicht besetzt ist. Zum Glück waren wir nicht die einzigen, die in dieser Nacht angekommen sind und so konnten wir immerhin in den Aufenthaltsraum und haben uns dort auf den Sofas bequem gemacht.

San José hat durch die Höhenlage (1300m) momentan eine Tagestoptemperatur von 25° und Nachts kühlt es so auf 17° runter. Nach einem zugegebenermaßen recht milden Winter in Hamburg und dafür einigen sehr kalten Tagen in New York mussten wir uns erstmal wärmen. Das ist mir erst bewusst geworden als morgens drei Mädels in den Raum kamen, denn sie trugen jeweils ein T-Shirt (ok, die eine sehr dünnen Pullover) und wirklich sehr kurze Hosen. Neben mir lag Jana in einem Top, einer dünnen Strickjacke, einem North Face Kapuzenpulli, einer (dünnen) Daunenweste und einem Schal. Als sie dann irgendwann aufwachte wurde ich auch noch mit den Worten „mir ist so kalt“ begrüßt. Wie gesagt, wir mussten uns erstmal aufwärmen ;-)

Das Hostel (Bekuo Hostel) ist super und wir würden es jedem weiterempfehlen. Es liegt im Studentenviertel, etwa einen Kilometer von der Plaza de la Cultura entfernt, in einer ruhigen Gegend und hat einen Supermarkt direkt ums Eck. Zudem ist das Hostel sehr sauber, hat drei unterschiedliche Aufenthaltsräume, einen Pool-Tisch, einen großen Fernseher, kostenloses Frühstück und WiFi, kostet nur $30 das Doppelzimmer und hat sehr bequeme Betten. 

San José ist als Stadt nicht besonders attraktiv. Das Zentrum beschränkt sich auf ein paar wenige Blocks um die Plaza de la Cultura. Jeder zweite Laden gehört einer Fastfoodkette an und der Rest sind hippe Surfläden. Wirklich nennenswerte Sehenswürdigkeiten gibt es leider nicht, was uns allerdings sehr viel Spaß gemacht hat, ist Leute auf der Plaza de la Cultura vor dem Theater zu beobachten. Auf dem Platz sind gefühlt 1 Mio Tauben und die Ticos (Costa Ricaner) hängen dort mit der ganzen Familie ab. Die Kinder füttern und jagen die Tauben, die Erwachsenen lassen sich auch schonmal einen Hahn auf die Schulter oder den Kopf setzen und posieren scheinbar ganz natürlich für die Kamera. 

Da San José nicht so viel bieten hat, entschieden wir uns am nächsten Tag an die Karibikküste weiterzufahren. Unser Ziel sollte Puerto Viejo de Talamanca sein. Da es leider keinen zentralen Busbahnhof in San José gibt muss man wissen, wo der Bus abfährt und sich dort ein Ticket holen (im Januar würden wir auf jeden Fall empfehlen die Tickets vorher zu kaufen). Zur größtmöglichen Verwirrung gibt es das Terminal de San Carlos gleich zwei mal in der Stadt (neu und alt). Unser Bus fuhr vom alten ab. Die Busse sind nicht so komfortabel wie in Südamerika, allerdings auch bei weitem nicht so schäbig wie in Indien - sie sind in Ordnung. 

Puerto Viejo de Talamanca ist ein verschlafenes Dorf an der Karibikküste in der Nähe der Grenze zu Panama. Uns gefällt es hier richtig gut, denn der Ort bietet viel Abwechslung und wunderschöne Strände. Das Dorf besteht aus nur wenigen Straßen und diese sind voll mit Cafés, Bars und Unterkünften. Man kann alles zu Fuß erreichen und ist nie länger als fünf Minuten unterwegs. Zudem erstrecken sich auf beiden Seiten des Ortes Strände für jeden Geschmack. In Richtung Westen liegt die Playa Negra. Der Sand an diesem Strand ist pechschwarz. Stellt euch ganz klein gehexekelte Grillkohle vor - so sieht der Sand aus. Die Farbe kommt durch den Vulkan in der Nähe, der vor mehreren Jahr(zehnt)en ausgebrochen ist. Ich hatte erst Angst dieser Sand würde färben. Tut er aber nicht. Eine wirklich sehr interessante Erfahrung. Nach ein paar Metern im Wasser wird der Sand dann übrigens wieder normal und unter einem ist das typische Karibische Meer.

Zur Ostseite liegen unzählige Strände. Wir haben uns bei unserer Unterkunft (Cabinas Tropical) Fahrräder geliehen und sind diese Strände abgefahren. Obwohl der Playa Chiquita sehr verlockend klang, haben wir am Playa Uva angehalten. Dieser Strand verkörpert das, was man sich so unter Karibik vorstellt: feinster Sand, türkises Wasser, Palmen die bis ins Wasser ragen, einige wenige Sonnenanbeter, Kokosnussverkäufer und leise Reggaeton-Musik. Als wir morgens gegen 10 Uhr dort ankamen, waren wir so ziemlich die ersten und hatten sogar noch Glück auf dem Zugang zum Strand ein Faultier gesehen zu haben. Tipp: am Strand möglichst weit nach rechts gehen, da das Wasser dort noch schöner ist. Da man als Norddeutscher ja nicht aus England kommt, muss man das mit dem Eincremen auch nicht so ernst nehmen … Jana sieht nun aus wie ein Lobster und mein Rücken sollte die kommenden Tage auch eher bedeckt gehalten werden. Naja, vielleicht lernen wir das irgendwann mal, ist ja nicht das erste Mal. Achja, hier sind es +29° und nachts immerhin noch angenehme 23° - willkommen in den Tropen.

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