Heiß - feuchter - tropischer Regenwald

Costa Rica ist ein extremes Land: alles blüht, alles wuchert, alles schwitzt. Als wir in dem Corcovado Nationalpark ankamen wurden wir begrüßt mit den Worten: „Welcome to the tropical rain forest my friend!“.

Bild: typischer Anblick nach einem Tag busfahren

Die Anreise aus Panama ist zwar etwas beschwerlich, allerdings gut mit den öffentlichen Bussen machbar. Wir mussten feststellen, dass es hier immer die Option gibt mit öffentlichen Bussen oder mit privaten Shuttles zu fahren. Letztere benötigen zwar in etwa nur die Hälfte der Zeit, kosten allerdings in etwa das fünffache. Ist man nur für zwei bis drei Wochen in Mittelamerika könnte man sich das überlegen, ich würde allerdings zu den öffentlichen greifen, da es der Weg ist den die Ticos (Costa Ricaner) nutzen und damit mehr Geld für spannende Aktivitäten bleibt. Einziges Problem: diese Busse halten an jeder Gießkanne ;-) So ging es für uns aus Boquete über David nach Paso Canoas, dann über die Grenze und anschließend nach Ciudad Nelly, Palmar Norte und endlich nach Sierpe (das sind nur die großen Stops, denn die Busse halten zusätzlichen eben noch alle 5 Minuten, weil dort jemand steht oder jemand raus möchte). Ab Sierpe sind wir dann in ein Boot, das uns in einer Stunde nach Bahia Drake gebracht hat. Wie gesagt, die Anreise ist zwar etwas beschwerlich, allerdings ist der Corcovado Nationalpark auch auf einer tropischen Halbinsel ohne irgendwelche Straßen oder normale Infrastruktur. Aber der Weg ist ja auch schon das Ziel. Beim Warten am Anleger in Sierpe herrschte plötzlich Aufregung unter der Einheimischen. Ein Krokodil war in unmittelbarer Nähe des Anlegers und hat gerade einen Fisch verspeist - das ganze in etwa zehn Meter vor unseren Augen. Wozu in den Zoo? Hier ist die Natur der Zoo. Krass. 


Bahia Drake ist eine Bucht in der Nähe des Nationalparks. Durch die abgeschiedene Lage ist wirklich alles teuer. Die Touren in den Nationalpark $90, ein Schnorcheltrip auf eine vorgelagerte Insel $80. Da uns das zu teuer war, haben wir uns mit einem Sammeltaxi in die Nähe des Parks bringen lassen und sind dann selber gewandert. Die Wanderung vom Playa Rincon nach Bahia Drake ist wirklich schön und führt durch den Jungle über mehrere Flüsse und an abgeschiedenen Stränden vorbei. Auf dem Weg kann man schwimmen, verschiedene Vögel und Papageien an einem vorbei fliegen sehen und lustige Mini-Krebse in der Nähe des Strandes beobachten. Die Tour ist tagesfüllend und wir waren froh irgendwann wieder im Hostel (Martina’s Place) zu sein. Martina aus Lübeck betreibt das Hostel und eines der besten Sodas (einheimische Restaurants) der Umgebung. Da es Jana am nächsten Tag leider nicht so gut ging haben wir nur einen kurzen Ausflug zu einem Fluss gemacht durch den man ein Stück laufen kann, da er nur in etwa knöcheltief ist. Das Klima in der Region ist sehr hart. Tagsüber um die 33° und nachts kühlt es nur geringfügig auf 26° ab. Das ganze kombiniert mit einer unglaublich hohen Luftfeuchte und schon ist der tropische Schwitz-Cocktail perfekt.

Costa Rica ist ein recht teures Land: Ausflüge, Unterkünfte und vor allem der Lebensunterhalt sind ähnlich wie in Deutschland (wenn nicht sogar höher). Da unsere Reisekasse noch etwas anhalten soll, haben wir uns dafür entschieden nur noch einen weiteren Stop im Nationalpark Manuel Antonio zu machen und dann weiter nach Nicaragua zu reisen. Manuel Antonio ist der kleinste Nationalpark in Costa Rica und liegt ebenfalls direkt an der Pazifikküste. Von dem kleinen, aber recht süßen Städtchen Quepos windet sich eine Straße über Klippen sieben Kilometer lang nach Manuel Antonio. Unser Hostel (Vista Serena) lag so ziemlich auf dem höchsten Punkt dieser Straße mit einer unglaublichen Terrasse voll mit Hängematten und uneingeschränkten Blick auf den Pazifik und einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Da nach der Anreise bis zum Sonnenuntergang noch etwas Zeit blieb haben wir direkt mal die zweite Attraktion der Region neben dem Nationalpark aufgesucht und sind an den drei Kilometer langen und sehr breiten Strand. Der lokale Bus fährt die Küstenstraße sehr häufig und ist eigentlich auch recht zügig unterwegs, sodass ich eine Unterkunft entlang der Straße nur empfehlen kann. 

Der Nationalpark Manuel Antonio ist definitiv einen Besuch wert und gehört für uns zu den besten Attraktionen von Costa Rica. Er ist recht klein und man kann ihn sehr einfach zu Fuß erkunden. Da die Wege sehr gut sind könnte man sogar in Flip Flops problemlos durch den Park spazieren. Es gibt unglaublich viele Tiere und anhand der kleineren Menschengruppen die auf einmal auf dem Pfad stehen, weiss man auch wo man hinschauen soll. Ein Guide ist unserer Meinung nach nur sinnvoll, wenn man an allen einzelnen Vogel-, Baum-, Blumen-, und sonstigen Arten interessiert ist. Will man einfach nur ein paar interessante Tiere sehen (und hören: Brüllaffen) und das ganze in seinem Tempo genießen, kann man den Park problemlos auch alleine besuchen (Admission: $16). Man sollte nur ausreichend Wasser und Proviant mitbringen, da es im Park keine Einkaufsmöglichkeiten gibt. So haben wir verschiedene Affenarten gesehen, unterschiedliche Vögel, Reptilien und unser persönliches Highlight: Faultiere! Letztere sind wirklich witzig zu beobachten, man hat das Gefühl sie würden alles in Zeitlupe machen. Ob sich die Welt für sie einfach viel zu schnell dreht? Neben den Tieren bietet der Nationalpark einige wirklich schöne Strände und so kann man der Hitze entfliehen und hier und da mal etwas im Wasser baden und nicht nur im eigenen Schweiß. 

Essenstip: Etwa auf halben Weg von Quepos nach Manuel Antonio bei den zwei Supermärkten ist das kleine Soda El Angel. Wir wurden vom Sohn der Familie bedient - er ist etwa acht Jahre alt, aber hier ist das schon ok. Das typisch Costa Ricanische „Casado“ (Fleisch, Bohnen, Reis, Bananen und Salat) zubereitet von der Mutter ist der Hammer!

 

Da unser nächster Stop Nicaragua sein soll, noch ein Wort zum Transport: Es gibt leider nur wirklich wenige Überlandbusse, die klimatisiert sind und auch mal einige Hundert Kilometer ohne Zwischenstop schaffen. Diese fahren in der Regel nur zwischen den Großstädten und so tippe ich gerade diesen Artikel in einem Bus von Puntarenas nach Liberia der maximal alle fünf Minuten hält und dadurch gefühlt eine Ewigkeit braucht. Jana ist bereits genervt, da unser Bus zusätzlich mal wieder nicht klimatisiert ist - so ist das nunmal in den heißen, feuchten Tropen. Die Uhr tickt hier anders.

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Kommentare: 3
  • #1

    Madelaine (Dienstag, 19 Januar 2016 09:33)

    Oh je Himbeerchen, krieg schon Schnappatmung und Hitzewallung beim Lesen! Halte durch, hier ists dafür eisig kalt :-)

  • #2

    Gabriel Waid (Mittwoch, 01 Februar 2017 19:47)


    Hmm is anyone else encountering problems with the pictures on this blog loading? I'm trying to figure out if its a problem on my end or if it's the blog. Any feed-back would be greatly appreciated.

  • #3

    Eli Maurin (Montag, 06 Februar 2017 09:36)


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