Isla de Ometepe

Mitten im Lago de Nicaragua ragen zwei Vulkane aus dem Wasser und formen die Isla de Ometepe. Jana ist wieder so fit wie immer, auf der Insel gibt es einiges zu entdecken und so haben wir die kurze Überfahrt gewagt.

Wie so häufig hier in Mittelamerika sind selbst kurze Distanzen nur mit mehrmaligen Umsteigen und sehr langsamen Busverbindungen zu meistern. Wir haben es aus Manuel Antonio in Costa Rica an einem Tag gerade so bis nach Rivas in Nicaragua geschafft (370km).

In Nicaragua angekommen, fühlen wir uns an seien wir aus einer Zeitkapsel gepurzelt: Pferde und Kühe ziehen altertümliche Wagen mit Lebensmitteln, dickliche Frauen rösten Hühnerteilchen auf selbst gemachten Grills aus Wellblech und die Autos scheinen aus dem letzten Jahrhundert. Ja, das größte zentralamerikanische Land (nach Mexiko) ist komplett anderes als Costa Rica und Panama und das merkt man an jeder Ecke. Alles ist viel billiger hier, die Busse sind einfach nur laut und voll, der Nationalsport Baseball und die Fernseher noch aus dem letzten Jahrtausend. Als wir angekommen sind hat gerade Rivas gegen Granada Baseball gespielt. Die älteren Damen in unserer Hospedaje (private kleine Familien-Hostels in Nicaragua) saßen in Schaukelstühlen an einer Wand und starrten auf einen winzigen Röhrenfernseher, der geflimmert hat und kein Ton hatte. Um trotzdem die Emotionen einzufangen, lief der Ton aus einem wirklich altertümlichen Radio auf dem Schoß von einer der Damen.

 

Das klingt jetzt vielleicht recht negativ, ist es aber in keinem Fall, denn wir haben Nicaragua bereits ins Herzgeschlossen. Die Menschen sind sehr nett und der Tourismus bei weitem nicht so professionell wie in Costa Rica. Das gefällt uns uns so bleiben wir noch ein paar Wochen. 

Nach einer kurzen Nacht ging es für uns auf die Insel rüber. Die Überfahrt dauert nur knapp über eine Stunde ist allerdings ein Erlebnis für sich. Auf dem Hinweg haben wir eine Fähre und auf dem Rückweg nur ein Passagierboot genommen. Achtung: auf gar keinen Fall das normale Passagierboot nehmen!! Die Fähre ist bereits schlimm genug und würde garantiert durch keinen TÜV dieser Welt durchkommen, das normale Boot ist allerdings der schiere Wahnsinn. Das Boot hat eine harte Schlagseite nach rechts und liegt mit etwa einem Winkel von 10-15° im Wasser. Der Kahn wird dann von den Nicas gnadenlos überbeladen und bei sturmartigen Wind durch sehr hohe Wellen mit mehr Glück als Verstand über den See navigiert - ein Erlebnis der besonderen Art.

Geschlafen haben wir im Yogi’s Hostel in Moyogalpo, der größten Stadt der Insel. Die Insel bietet neben mehreren Ausflugszielen das nicht touristische Nicaragua: einige Leute sind zu Pferd unterwegs, haben eine Kuh vor einen Anhänger gespannt oder treiben ihre Schweine von A nach B. Eine der Aktivitäten der Insel ist es einen der beiden Vulkane zu besteigen. Alle mit denen wir gesprochen haben meinten allerdings, dass es eine Höllentour ist und man oben nichts sehen würde, da die Spitze meistens in Wolken versunken ist. Also haben wir uns auch gegen diesen Vulkan entschieden. Stattdessen haben wir uns ein Motorrad geliehen und die Insel in unserem Tempo erkundet.

 

Oyo de Agua: ein natürlicher Pool mitten auf der Insel. Das Wasser ist unglaublich klar und einen kurzen Zwischenstop allemal wert.

 

Punta Jesus Maria: eine ins Wasser reinragende Landzunge die immer spitzer wird und es so aussieht als würde man über Wasser laufen.

 

Playa Santo Domingo: ein Strand zwischen den beiden Vulkanen. Hier ist aus das Café Natural, dass sehr leckeres Frühstück zubereitet - endlich mal ohne Bohnen :-) 

 

San Ramon Wasserfall: 50m Wasserfall am Vulkan Maderas. Vom kleinen Ort San Ramon führt ein drei Kilometer langer Pfad hoch zum Wasserfall. Mit einem Motorrad (kein Roller) kommt man die ersten zwei Kilometer hoch und spart sich damit einen großen und sehr unspektakulären Teil in der Hitze.

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