Surfing Nicaragua - San Juan del Sur(f)

Diverse kleine Buchten, wilde Strände, perfekte Sonnenuntergänge und konstante Wellen für jeden Geschmack und Könnerstufe machen die Südwestküste Nicaraguas zu einem Paradies für jeden Backpacker.

The place to be an der Küste ist San Juan del Sur. Alle Strände sind aus dem Ort gut erreichbar und der Ort selbst bietet ausreichend Abwechslung um hier einige Tage zu verbringen. Wir entschieden uns für das Hostal Javiers House. Es ist zentral gelegen und von einer Familie im eigenen Hinterhof betrieben. Für $25 die Nacht gibt es ein Doppelzimmer mit Frühstück. Das Frühstück ist sehr abwechslungsreich und besteht jeden morgen aus einer Banane, Gallo Pinto (Reis mit Bohnen), Kaffee oder Saft und einer Eierspeise. Die Eierspeise variiert dabei jeden Tag, mal sind es Spiegeleier, mal Omelett oder scrambled eggs :-) Das Hostal ist zentral gelegen, umgeben von Bars und kleineren Restaurants und sehr sauber.

Interessanterweise mussten wir feststellen, dass das Klima hier komplett anders ist als in Costa Rica, obwohl die Grenze nur einige Kilometer entfernt ist. Die Temperaturen sind mit 32° zwar immer noch die gleichen, allerdings ist es hier sehr trocken und recht windig. Hier wachsen sogar Kakteen. Insgesamt ist es dadurch hier sehr angenehm. Es ist warm genug um selbst Nachts in kurzer Hose und T-Shirt rumzulaufen und tagsüber in der Sonne brennt einem alles, allerdings ist man nicht so am schwitzen wie noch an der Pazifikküste Costa Ricas und das Wasser stellt tatsächlich eine Abkühlung dar und keinen Whirlpool. 

In unseren vier Tagen in San Juan hatte Jana Geburtstag und das muss man feiern! Nachdem sie den Abend zuvor müde war und deutlich vor ihrem großen Tag im Bett lag, entschieden wir uns sie zu wecken und ein kleines Ständchen zu singen - reinfeiern muss sein, wenn auch nur kurz. Nach einem Tag am Strand haben wir Abends mit Flor de Cana (lokaler Rum, der Havana Club in nichts nachsteht und hier nur $5 kostet) und anschließend mit leckeren Cocktails in der Tikikibar gefeiert. Die Bars in San Juan sind ziemlich cool, mir persönlich ist lediglich das Personal etwas zu viel auf Drogen. Das war Janas erster Geburtstag am Strand im Bikini und das im Januar! Happy Birthday mein Schatz!

Der Strand von San Juan del Sur ist drei Kilometer lang und umrandet von Klippen. Im Norden des Ortes steht auf einer dieser Klippen eine riesige Jesus-Statue. Sie gehört zu den zehn größten Jesus-Statuen der Welt. Der Aufstieg aus San Juan ist schnell erledigt (30 Minuten falls man den richtigen Weg findet oder deutlich länger wenn man sich wie wir verläuft) und man kann eine wundervolle Aussicht über die Bucht genießen. Die wirklichen Perlen liegen allerdings um den Ort herum. Playa Hermosa ist einer unser absoluten Favoriten: ein unglaublich riesiger Strand, absolut keine Menschen, nur eine Anlage/Bar mit vielen Hängematten, Schattenplätzen, Duschen und Liegen zur freien Verfügung. Dazu die unterschiedlichen Wellen die vom Anfänger bis zum Pro reichen und das Setting ist perfekt. Dieser Strand kostet zwar $3 Eintritt, ist allerdings jeden Cent wert! Wobei Eintritt das falsche Wort ist, da der Strand öffentlich ist, der Weg dorthin allerdings über privates Land führt und dafür muss man die Gebühr entrichten. Man surft quasi alleine und die Wellen gehören nur dir. Kommt man aus dem Wasser kann man sich im Schatten oder der Sonne in die Hängematte legen und ein kühles Tona (lokales Bier) oder einen frischen Smoothie genießen. Aus unserer Sicht ein wirklich perfekter Ort! Es ging sogar so weit, dass wir unseren Taxifahrer vergessen haben und glatt 45 Minuten zu spät am Parkplatz standen. Sein breites Grinsen mit den zwei goldenen Schneidezähnen ist zu diesem Zeitpunkt verschwunden und er war auch nicht mehr so gesprächig wie auf der Hinfahrt, aber mittlerweile haben auch wir gelernt was die „Carribean Time“ ist ;-)

Ein weiterer sehr schöner Strand ist Playa Maderas. Dieser liegt im Süden des Ortes und ist wunderschön von Klippen umrandet. Hier gibt es mehrere Restaurants direkt am Strand und perfekte Wellen für Anfänger. Leider ist die recht kleine Bucht sehr voll und man verliert etwas das Gefühl von Robinson Crusoe.

Obwohl Nicaragua ein sehr günstiges Land ist, haben die Taxifahrer in San Juan del Sur rausgefunden, dass man auf sie angewiesen ist. Der Transport zu den Stränden ist somit recht teuer. Playa Hermosa kostet im Shuttle Hin und Zurück $10 pP, ein Taxi je nach Verhandlungsgeschick $30. Für die Entfernung von nur etwa 10km und normalen Buspreisen von etwa 50 Cent ist das sehr wucher. Da allerdings keine normalen Straßen entlang der Küste führen fahren auch keine Busse und so ist man auf private Shuttles oder Taxis angewiesen.

Am Tag als wir zum Playa Maderas fahren wollten, wurden wir zunächst durch unsere neuen Freunde, die Bettwanzen daran gehindert. Ich bin übersät mit roten Punkten aufgewacht und der erste Gedanke war sofort: Mückenstiche. Es hat mich allerdings gewundert, dass ich mehrere Dutzend solcher Stellen hatte und sich diese auf nur einige Körperstellen konzentrierten und zum Teil alle in einer Reihe lagen. Ein kurzer Besuch in der Apotheke hat dann Licht in das Dunkel gebracht. Bettwanzen sind erstaunliche Tiere und wenn man die einmal hat, dann ist es auch nicht so einfach sie wieder loszuwerden. Also mussten wir, obwohl wir erst einen Tag zuvor Wäsche gewaschen haben alle Klamotten noch einmal abgeben. Laundry ist in Nicaragua übrigens ziemlich teuer. Für den Inhalt unserer beiden Rucksäcke habe ich $20 bezahlt. Die Hostelbesitzerin hat unser Zimmer neu bezogen und mich mit (in Deutschland verschreibungspflichtigen) Cremes versorgt. Da dafür der gesamte Vormittag draufging entschieden wir uns in San Juan del Sur zu bleiben und den lokalen Strand zu besuchen. Mittlerweile sind wir die Wanzen glaube ich los, die Stellen jucken allerdings noch immer.

 

Essenstip

1) Mittags kann man im Marktgebäude sehr gut und günstig essen. Dort reihen sich mehrere lokale Restaurants aneinander und servieren typisches nicaragüensisches (das schreibt man wirklich so) Essen.

2) Ich habe leider den Namen vergessen, allerdings befindet sich in der Avenida Central (vom Strand hochgehen, Markt passieren und dann kommt es bald auf der linken Seite) ein kleines Fischrestaurant, das frischen Fisch zubereitet zu unglaublich günstigen Preisen. Einen halben frischen Lobster gibt es für 200 Cordoba ($7) und dazu eine leckere Limonade.

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Kommentare: 2
  • #1

    Steffi (Mittwoch, 27 Januar 2016 22:06)

    Ohjeee Bed Bugs.. die haben uns auf unserer Weltreise auch viele Probleme bereitet und ich musste sogar in Kambodscha an meinem Geburtstag ins Krankenhaus wegen einer allergischen Reaktion. Das Gute allerdings ist, dass sie keine Krankheiten übertragen, da sind Moskitos doch wesentlich nerviger. :D
    Noch weiterhin eine tolle Reise und lasst euch nicht von den Bed Bugs stören!! ;)

  • #2

    Fjodor (Donnerstag, 28 Januar 2016 03:55)

    Hey Steffi,
    bei uns ging es zum Glück nicht so weit. Wir mussten nicht ins Krankenhaus und unsere erste Reaktion war genau so wie du es beschreibst: sie übertragen keine Krankheiten.
    Mittlerweile sind wir eigentlich ganz zuversichtlich die Viecher wieder los zu sein. Zwei mal das Hostel gewechselt und zwei mal den kompletten Inhalt des Rucksacks zu waschen und anschließend im Trockner bei maximaler Temperatur zu trocknen scheint geholfen zu haben. Manche Klamotten haben das leider nicht unbeschadet überstanden ...
    Grüße aus Nicaragua.