Granada - Kolonialstadt zwischen See und Lagune

Nach einigen Tagen am Strand entschieden wir uns etwas tiefer in die Kultur der Nicas einzutauchen und sind nach Granada gefahren. Die Stadt liegt am Lago de Nicaragua und ist für die vielen kolonialen Bauten und die kulturelle Vergangenheit bekannt.

Aus San Juan del Sur kommt man bequem mit den Chicken Busses mit einmal Umsteigen in Rivas in wenigen Stunden nach Granada. Die Stadt liegt am oberen Ende des Sees und hat historisch eine große Rolle in der Entwicklung Nicaraguas gespielt. Einst herrschte hier eine große Rivalität zwischen Granada und León. Mehrere Revolutionen und Diktatoren später ist nun Managua die Hauptstadt und die anderen beiden jeweils die Mächte im Hintergrund.

 

Granada ist im Wesentlichen um den Parque Central und den Markt aufgebaut. Der Markt ist hektisch und voll. Autos kommen kaum voran, Menschen verhandeln und kaufen alles von Früchten über Handyhüllen bis zu Lederschuhen. Es ist ein buntes und interessantes Treiben. Am Ende der Straße befindet sich der Parque Central und die Kathedrale der Stadt. In ihrem gelblichen Ton strahlt sie über die gesamte Stadt. Vom Glockenturm hat man eine schöne Sicht bis zum Lago Nicaragua und den umliegenden Vulkanen. Von der Kirche führt eine Straße direkt an den See. Sie ist gesät von unzähligen kleinen Cafés und Restaurants mit sehr bunten Fassaden. Die Tour zu den Isletas de Granada, eine Inselgruppe im See haben wir nicht gemacht, da wir alle dort vorhandenen Tiere bereits gesehen haben und immer noch schlechte Erinnerungen an unsere Seeüberquerung von vor einigen Tagen haben. Die Stadt hat aber auch so genug zu bieten und lädt einfach zum Flanieren und Abhängen in Cafés ein.

Nur eine kurze Fahrt von Granada entfernt befindet sich die Hauptattraktion der Region - die Laguna de Apoyo - eine riesige Lagune in einem nicht mehr aktiven Vulkankrater. Wir entschieden uns für die bei uns im Hostal (Hostal Oasis, übrigens sehr empfehlenswert) angebotene Tour mit einem Shuttle-Transfer und Aufenthalt im Hotel Paradiso an der Lagune für $10. Die Lagune ist umrandet vom tropischen Wald der an den Hängen des Kraters ein faszinierendes Setting bietet. Das Süßwasser in der Lagune ist ein perfekter Ort um zu schwimmen, kayaken oder sich in alten Autoreifen einfach treiben zu lassen. Es ist auch möglich die Lagune mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, nur dann sollte man sich für den Weg nach unten ein Taxi nehmen (Freunde von uns haben das zunächst nicht gemacht ;-) ).

Sicherheit in Granada: Wir waren erstaunt, überall im Hostel Warnungen vorzufinden, dass man generell sehr aufpassen soll und nach Einbruch der Dunkelheit zwingend ein Taxi nutzen sollte (selbst für die kürzestes Distanzen). Tatsächlich wurde die Stadt menschenleer sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwand und nur die Straße mit den Restaurants war noch belebt. Wir wollten das zunächst nicht wahrhaben, da wir bisher nur positive Erfahrungen gemacht haben. Auf dem Markt wurde unser Kumpel von einem Einheimischen angemacht und auf dem Weg vom Essen ins Hostel wurden wir sehr komisch von einem Einheimischen „begleitet“. Wir sind sofort in das nächste Hotel und haben uns von dort ein Taxi für die verbliebenen drei Blocks genommen.

 

Kuriositäten in Nicaragua: Seitdem wir in Nicaragua sind, haben wir einige Kuriositäten festgestellt.

 

Klopapier gehört in den Mülleimer oder nicht?! Überall in Mittelamerika mussten wir bis jetzt unser Klopapier nach Gebrauch in einen Mülleimer werfen. In Nicaragua allerdings ist das mal so mal so. In manchen Plätzen darf man es auf gar keinen Fall das Klo runterspülen, in anderen muss man das sogar.

 

Duschgel: Nicaragüensen benutzen einfach kein Duschgel. Da Janas nun langsam leer ist, sind wir seit einigen Tagen auf der Suche. Hier gibt es nur Shampoo oder Seife.

 

Schaukelstühle: Sie stehen überall und in allen Ausführungen. In jedem Hauseingang, jedem Aufenthaltsraum, jedem Café kann man in diesen bequemen Stühlen Platz nehmen und genüsslich vor sich hin wippen.

 

Straßengrills: Abends holen (meistens) die Frauen ihre Grills auf die Straßen und grillen Hähnchen, Rind oder Fisch. Gallo Pinto (Reis mit Bohnen) und die leckeren Bananenchips gibt es dazu aus der großen Kühlbox und man kann dann manchmal draußen auf deren Gartenmöbeln oder auch gerne mal im Haus Platz nehmen. Das Essen ist köstlich und kostet in der Regel um die 2-3€.

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