El Salvador im Schildkröten-modus 

Das kleinste Land Mittelamerikas erstreckt sich am Pazifik und bietet unzählige kleine verschlafene Örtchen mit wundervollen Stränden und noch besseren Wellen. Die sehr entspannte Atmosphäre und die netten Menschen haben uns überzeugt. So sind wir im Endeffekt länger geblieben als ursprünglich geplant.

Am Anfang unserer Weltreise stand für Jana fest, dass sie nicht nach nach El Salvador und Honduras möchte, denn beide Länder zählen zu den gefährlichsten der Welt (dazu später mehr). Für mich stand allerdings von Anfang an fest, dass ich jedes der Länder kennenlernen möchte, denn sonst wäre mir dieser weiße Punkt auf der Weltkarte für immer ein Dorn im Auge. Nachdem wir uns ein bisschen schlauer gemacht haben und einige Blogs und den Lonely Planet eingehend inspiziert haben, konnte ich mich durchsetzen :-) Der Preis dafür war $30 p.P., denn wir nahmen einen direkten Shuttle (Gekko Explorer) aus León und haben auf die Chicken-Busse verzichtet. Dieser hat uns morgens um 02:00 Uhr abgeholt und in etwa sieben Stunden über zwei Grenzen nach El Salvador gebracht. Bei uns im Shuttlebus saßen drei Australier die völlig betrunken eingestiegen sind und sich dann noch mal schnell irgendwelche Pillen eingeschmissen haben. An der Grenze haben die erstmal deren Pass verloren und wollten einem Mann der Geld wechselt Drogen verkaufen. Der Blick der Typen war der Hammer... Eine wirklich lustige Fahrt.


Tipp: Shuttle direkt bei Gekko und nicht im Hostel buchen, da er dort mit Abstand am billigsten ist.


El Salvador ist voll mit kleinen Buchten und Stränden die sich von Ost nach West erstrecken. Wir wählten zunächst einen kleinen Ort im Osten des Landes an den Southern Pacific Beaches: Playa El Cuco. Genauer gesagt haben wir uns in der "Tortuga Verde" einquartiert, ein paar Kilometer östlich von El Cuco. Was soll ich sagen, hier habe ich mein persönliches Paradies gefunden. Es ist sicherlich nicht der einzige Ort, allerdings trifft er komplett meine Vorstellungen davon. Der Strand ist wild, menschenleer, kilometerlang, tropisch und mit Palmen gesäumt. Die Tortuga Verde liegt direkt am Strand und bietet neben einigen Liegen und Hütten direkt am Strand auch Hängematten - (m)ein Traum. Unser Zimmer ($18 p. Nacht) hatte riesige Fenster, eigentlich schon Wände, mit Moskitonetzen und so konnte man Nachts auch ohne Ventilator ideal schlafen. Die Tage im Tortuga Verde bestehen aus ausschlafen, in der Hängematte liegen, im Pazifik schwimmen und ab und an aufs Brett springen und surfen. Es gibt drei Restaurants, die recht hohe Preise verlangen, geht man allerdings aus dem Hostel raus und biegt nach rechts ab, stehen mal wieder Frauen an einem Gasgrill und bereiten lokale Spezialitäten zu. Hier haben wir zum ersten mal Pupusas gegessen, das sind eine Art kleine Tortillas mit unterschiedlichen Dingen wie Käse oder Fleisch gefüllt, plattgedrückt, gebraten und anschließend mit einem Kohlsalat und scharfer Soße verzehrt. Man bekommt drei Stück für einen Dollar und die sind unglaublich lecker.

Das absolute Highlight des Tortuga Verde ist allerdings, dass in der Nähe eine Brutstätte für Schildkröten ist. Wir hatten Glück, dass zu der Zeit als wir da waren einige dieser erstaunlichen Tiere geschlüpft sind. Schildkröten werden locker über 100 Jahre alt und faszinieren mich immer wieder. Daher war es ein besonderes Erlebnis die kleinen Tierchen am Strand auszusetzen, zu beobachten wie sie über den Strand laufen und gegen die Wellen des Ozeans ankämpfen.

Im Tortuga Verde haben wir ein Pärchen aus Hamburg kennengelernt, die in Richtung Süden reisen und uns somit mit wertvollen Tipps versorgen konnten (vielen Dank nochmal). Da sie uns so von Mexico-Stadt vorgeschwärmt haben, haben wir unsere Reiseroute etwas angepasst und entschieden bis Mexico-Stadt hochzufahren.

Unser nächstes Ziel ist Playa El Tunco im Westen des Landes an der Costa Balsamo. El Tunco ist ein kleines verschlafenes Fischerdörfchen und besteht aus nur zwei Straßen, dafür allerdings mehreren Stränden. Wir wollten ursprünglich nur zwei Nächte bleiben, sind mittlerweile allerdings bei vier... In dem Ort sind einige Restaurants und ein paar kleine Läden. Tagsüber sind alle am Strand oder im Pool und abends öffnen diverse Bars ihre Türen. In der Woche ist es hier sehr ruhig und im gesamten Ort nur sehr sehr wenige Touristen. Wir grüßen mittlerweile alle, da man sich diverse Male bereits gesehen hat ;-) An den Wochenenden wird es hier voll, da die ganzen Einheimischen aus San Salvador hier deren freien Tage verbringen. Das Highlight hier ist nämlich der Sand und die davor brechenden Wellen. Vier Surfspots reihen sich hier aneinander und bieten vom Anfänger bis zum absoluten Pro alles was das Herz begehrt. Ich habe mich auf den Baby-Wellen "El Sunzal" versucht.

Wenn man (gerade) nicht surft ist der Ort DIE Oase zum entspannen. Wir haben uns hier mittlerweile eine Routine angeeignet:

  • 08:00 aufstehen
  • 08:30 an den Strand und ein bisschen schwimmen und den richtig guten Surfern (alles Einheimische) zusehen.
  • 10:00 in Ruhe frühstücken. Das desayuno completo (komplettes Frühstück) gibt es hier überall und besteht aus Reis mit Bohnen, Rührei, gebratenen Bananen, Avocados und Brötchen.
  • 11:00 Hängematte.
  • 13:00 schwimmen im Pool.
  • 14:00 Hängematte.
  • 16:00 an den Strand und nochmals baden.
  • 18:00 Sonnenuntergang vom Strand beobachten
  • 20:00 Abendessen
  • 22:00 Hängematte und irgendwann schlafen

Am nächsten Tag beginnt die Schleife von vorne. So liege ich jetzt gerade in meiner 14:00-16:00Uhr Hängematte und tippe diesen Artikel und gleich geht es mal wieder an den Strand :-)

 

Nur etwa zehn Minuten zu Fuß von hier befinden sich riesige Höhlen die nur vom Strand bei Niedrigwasser betreten werden können. Am Anfang dachten wir, dass es sich dabei um eine einzelne Ausbuchtung in der Steilküste handelt, mussten allerdings wenig später feststellen, dass es ein riesiges Höhlennetzwerk ist. Einen Ausflug dahin kann man eigentlich jeden Tag machen, wir hatten Glück, dass bei uns das Niedrigwasser in den Hängemattenzeiten war ;-)

 

Ich muss sagen, dass beide Strände den perfekten Ort für mich ausmachen. Hier vergisst man einfach die Zeit und gelangt in einen wirklich interessanten Zustand der Entspannung - Schildkröten-Modus eben!

Sicherheit in El Salvador: Das Land zählt als eines der gefährlichsten Länder der Welt mit den höchsten Kriminalitätsraten überhaupt. Nach Tötungsdelikten liegt es sogar auf Platz eins vor Honduras. Auf 100.000 Menschen werden im Jahr ca. 100 umgebracht, das ist in etwa so hoch wie die Einbruchrate in Hamburg und wer kennt niemanden bei den nicht jemals eingebrochen wurde... Daher ist besondere Vorsicht geboten. Die Großstädte sollten alle gemieden werden da die Statistiken dort noch trauriger sind und auch sonst muss man immer aufpassen. Die Kriminalität findet allerdings (in der Regel) zwischen Banden statt und richtet sich nicht an Touristen. Wir fühlten uns hier bisher ziemlich sicher und haben keine negativen Erfahrungen gesammelt. Für alle die mehr zu dem Thema erfahren wollen, können wir die beiden Artikel vom The Guardian und einem anderen Paar auf Weltreise empfehlen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Kaiken und Heiko (Freitag, 26 Februar 2016 18:52)

    Alsooooo - wir übernehmen mal Eure geniale Tagesroutine für dieses Wochenende. Ok... Wenn auch ohne Hängematte, Baden, Sonnenuntergang und schwimmen im Pool. "Was bleibt?" fragt sich der geneigte Leser... Das Frühstück, Abendessen die Pausen und gute Laune! Viel Spaß

  • #2

    Health Organic of Minerals (Montag, 24 Juli 2017 08:21)

    Thanks for this information. Good work, keep sharing.
    http://organichealthplanet.com/

  • #3

    Health Organic of Minerals (Montag, 24 Juli 2017 09:08)

    Thanks for this information. Good work, keep sharing.
    http://organichealthplanet.com/