Whooo-A-JUUUU-A

Nein, das ist kein Schlachtruf sondern der Name einer kleinen Stadt im Norden El Salvadors. Juayua, wie es richtig heißt, hat immerhin knapp 25.000 Einwohner, eine schicke Kirche und natürlich einen Parque Central. Rund um diese beiden Fixpunkte spielt sich hier das Leben ab. Vor allem am Wochenende geht es hier rund, denn Samstags und Sonntags strömen Menschen aus ganz El Salvador und ein paar Touris nach Juayua zur Feria Gastronomica, DEM Futterspektakel. 

Die Stadt hat allerdings noch viel mehr zu bieten, denn sie liegt an der Ruta de las Flores, einer blumenreichen Region mit vielen kleinen ursprünglichen Dörfern. Kaum angekommen, steigen wir wieder in unseren geliebten Chickenbus. Unser Ziel war Ataco, bekannt für seine Kolonialbauten und Streetart in Form von farbenfroher Wandmalerei. Wir konnten sogar zwei Männer beobachten wie sie eine Wand eines Hauses verzierten. Außerdem gibt es noch einen tollen Aussichtspunkt, den man über einen kleinen steilen Pfad erreicht. Wieder einmal prägen Vulkane die Aussicht :-) Neben den kleinen Sehenswürdigkeiten machen vor allem die Leute den Ausflug, aber auch El Salvador selbst besonders.

 

Dazu ein kleiner Exkurs: Bevor wir uns entschieden haben (bzw. bevor Fjodor mich überzeugen konnte, nach El Salvador zu fahren) haben wir nur schlimme Dinge über dieses Land gehört. Man könne niemandem trauen, öffentliche Verkehrsmittel seien der Tod und überhaupt gäbe es keinen Grund hier her zu fahren. Keine dieser Mythen können wir bestätigen: wir sind ausschließlich mit Chicken Bussen gereist und fühlten uns immer sicher. Gewaltbereitschaft und Bandenkriege sind sicherlich ein Thema, aber die freundlichen Menschen hier wissen, welche Orte es zu meiden gilt. Und damit sind wir auch schon bei dem wichtigsten Punkt, den Menschen hier. Sie sind die freundlichsten, die wir bis jetzt in Zentralamerika getroffen haben. Gut, das ist auch nicht besondern schwer, wenn man bedenkt, dass wir den Leuten in Panama oder Costa Rica nur selten ein Lächeln abgewinnen konnten... Dennoch, die Freundlichkeit hier ist wirklich besonders. Zurück zu dem Örtchen Ataco: Hier hatte sich bereits rumgesprochen, dass mal wieder Touris durch die Stadt irren und alle begrüßten uns mit einem freundlichen "Buenos Dias". Hier fühlen wir uns wirklich willkommen. 

 

Zurück in Juayua probieren wir den Restaurant-Tipp unseres Hostel-Besitzers Darren aus: das R&R soll einer der besten Läden weit und breit sein. Darren hat nicht übertrieben, denn wir schweben bei dem Gedanken daran immer noch im Steak-Himmel. Für 7 (!!)$ gibt es eine kleine Vorspeise und ein butterweiches Stück Rind mit Beilagen - hmmm so lecker und auch noch wunderschön angerichtet. Eine tolle Abwechslung zu Reis und Bohnen und wirklich empfehlenswert. 

Den kommenden Tag beginnen wir mit einer kleinen Wanderung zu den Wasserfällen "Chorros de Calera". Gemeinsam mit unserem Guide, der uns mit einer Machete ausgestattet vor den Dieben in der Region schützen soll ($2 pP), marschieren wir zu insgesamt vier Wasserfällen. In zwei davon können wir schwimmen und das Wasser ist so temperiert, dass sogar ich rein gehe :-) 

Am Nachmittag schlendern wir über die Feria de Gastronomica. Nicht nur unzählige Essensstände sondern auch viele Souvenirläden säumen nun die Straße rund um den Parque Central. Fjodi frönt wieder einmal seiner im Alter zunehmenden Souvenir-Liebe und shoppt Armbändchen und eine Ukulele - mal sehen wie lange er Lust hat das Musikinstrument mitzunehmen... Eins muss ich zugeben, es ist schon jetzt überall ein Hingucker und wir werden andauernd angesprochen :-)

Das Essen auf dem Fest ist köstlich. In kleinen Garküchen werden lokale Speisen frisch zubereitet, es duftet nach frisch gegrilltem Fleisch und Knoblauch. Wir entscheiden uns für ein Mar y Tiera (Surf&Turf), sowie Tostadas (Tacos mit Fleisch und Salat). Beide Gerichte sind riesig und kosten gerade mal 3-5$. Das nenn ich mal ordentliches Steetfood. Den Abend lassen wir mit ein paar Leuten aus dem Hostel in der einzigen Bar der Stadt "EL Cadejo" ausklingen - Samstag ist übrigens der einzige Tag, an dem hier Abends überhaupt etwas los ist.

Zum Schluss noch ein Hostel-Tipp: Wenn man nach Juayua fährt sollte man unbedingt im Casa Mazeta absteigen. Das Personal ist super nett, die Zimmer klasse und mit viel Liebe und aufwendigen Zeichnungen verziert. Außerdem sind die öffentlichen Räume wie Küche und Lounge so schön, dass man seine Zeit auch hier super verbringen kann. So haben wir einen Abend DVD gesehen. Alles in allem ist es eines der besten Hostels, in dem wir je waren. Es ist nicht besonders schick oder durchgestylt, aber absolut gemütlich und herzlich - wie ein Hostel eben sein sollte!

 

Juayua und El Salvador, ihr habt uns gut gefallen. Wir verlassen euch ungern und schreien: WHOOO-A-JUUUU-A, ihr ward klasse!

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