¿Hablás Español?

In den letzten Wochen in Mittelamerika stellten uns viele Einheimische diese Frage. Janas Spanischkenntnisse sind gut (vier Jahre in der Schule), allerdings etwas eingerostet. Meine basieren auf sechs Wochen busfahren, essen, um Preise feilschen und nach dem Weg fragen. Es war also höchste Zeit das zu ändern und unser Wissen zu erweitern!

Das einschneidende Erlebnis hatten wir in Leòn (Nicaragua). Wir sind mit zwei Mädels und einem einheimischen Taxifahrer und seinem Kumpel (sein Mechaniker) zu einen Reggaekonzert in einer angesagten lokalen Bar gegangen. Das Toña und der Nica Libre flossen, die Musik war sehr unterhaltsam und der Abend damit ein voller Erfolg. Wir mussten jedoch feststellen, dass wir uns kaum mit unseren zwei Begleitern unterhalten konnten, denn Sätze wie "¿Donde sale el bus?" helfen in einer Bar nur bedingt ;-)

Sprachschulen gibt es in Mittelamerika wie Sand am Meer. Wir haben viel recherchiert und versucht einen Spanischkurs in unseren Zeitplan zu integrieren. Der bekannteste Ort für Sprachschulen ist hier Antigua (Guatemala). Das Angebot ist riesig, die Qualität soll allerdings schwanken und die Preise sind recht salzig. Zudem wollten wir in einen Ort der nicht überlaufen ist mit Touristen. Quetzenaltenango (Xela) in Guatemala und Copàn in Honduras haben unsere Kriterien erfüllt. Da wir sowieso nach Honduras wollten und das auch zeitlich gut gepasst hat, da die Kurse immer Montags beginnen, entschieden wir uns dem Land eine Chance zu geben und wurden (mal wieder) sehr positiv überrascht.

Die Sprachschule Guacamaya war schnell gefunden und unser Kurs schnell gebucht. Um möglichst viel von der Sprache und vor allem auch der Kultur mitzunehmen haben wir uns für einen Aufenthalt bei einer Gastfamilie entschieden. 20 Stunden Einzelunterricht mit Wohnen, Essen und jeder Menge Einblicke in die hondurensische Kultur gibt es für $260 die Woche. 

Die Familie von Doña Elena ist wirklich goldig! Lupita, ihre Schwiegertochter, ist unfassbar freundlich, hilfsbereit und nicht zuletzt eine hervorragende Köchin. Ihre Kinder wachsen zweisprachig auf (Spanisch und Englisch) und so saßen wir abends gemeinsam und machten unsere Hausaufgaben. 

Uns hat es sehr gefreut lokal bekocht zu werden. Das Essen ist ehrlich und sehr lecker. Irgendwie gibt es (fast) immer Bohnen, Eier und Tortillas, es schmeckt allerdings jedes Mal anders und wir wurden immer wieder überrascht. Lupita hat uns hier etwas gemestet, denn es gab morgens ein reichhaltiges Frühstück, direkt nach der Schule ein deftiges Mittagessen und Abends nochmal einen warmen Snack. Drei Mal warm essen am Tag ist hier normal.

Die Schule liegt nur sechs Blocks von unserem Haus entfernt. Enrique führt die Schule bereits seit 16 Jahren und beantwortet jede Frage, jede Email und jede WhatsApp augenblicklich. In dieser Woche waren wir die einzigen beiden Schüler und so war Enrique mein Lehrer und seine Freundin Karla Janas.

Am ersten Tag waren wir noch ein bisschen aufgeregt, da diese Woche für uns einen festen Tagesablauf bedeutet hat, feste Mahlzeiten, aufstehen mit dem Wecker, Dinge lernen nicht nur erkunden und vor allem wieder Hausaufgaben. Das klingt zwar albern, wenn man die letzten Wochen allerdings eher nach der Sonne und dem eigenen Magen gelebt hat, dann bedeutet das eine Umstellung und eine gewisse Verpflichtung.

Ich habe in meinem Leben bereits einige Sprachkurse besucht und war auch privat mal in der Sprachschule, Privatunterricht ist allerdings was völlig anderes. Vier Stunden jeden Tag sitzt man seinem Lehrer alleine gegenüber und ist dadurch permanent gezwungen Verben zu deklinieren, Sätze zu bauen und Dinge in einer fremden Sprache zu erklären. Der Unterricht ist dadurch sehr intensiv und bringt einen wirklich voran. 

Die Stadt oder besser das Dorf Copàn ist allerdings nicht für die Sprachschulen, sondern eigentlich für die Maya-Ruinen weltbekannt. Anders als bei unseren anderen Stops haben wir hier deutlich mehr Zeit und konnten dadurch weitaus mehr Dinge erleben. So haben wir es erst am Donnerstag in die Ruinen geschafft, aber der Reihe nach ...

 

The tea & chocolate place (el lugar de tè y chocolate)

Dieser Ort ist magisch. Es ist eigentlich kein Café, sondern ein Projekt. Es ist familiengeführt und kümmert sich neben dem Anbau von verschiedenen exotischen Tee und Kakaosorten um die Weiterbildung von Kindern und Jugendlichen. Lediglich zwischen 4 und 6Uhr öffnet das Haus mit der wunderbaren Terrasse die Türen für Interessierte wie uns. Man kann zwischen zig verschiedenen Sorten handgepflücktem Tee und frischer heißer Schokolade auswählen. Die Besitzerin erklärt den Herstellungsprozess und bietet von allem kleine Kostproben. Es ist auch möglich selber zu mahlen und zu rösten. Das Kaffee selbst ist total schön eingerichtet und die zwei Stunden vergehen wie im Flug, nicht zuletzt durch die Hängematten, die auf der Terrasse Richtung Sonnenuntergang baumeln. Wieder einmal ein Ort, den wir hier so nicht erwartet hätten.

 

Macaw mountain

Nur zwei Kilometer von der Stadt entfernt befindet sich ein weiteres lokales Projekt. Im Macaw Mountain finden kranke oder ausgesetzte Papageie ein neues Zuhause. Ziel: Sie wieder fit für die Natur zu machen und eines Tages zu entlassen. Tier- und insbesondere Vogelparks sind normalerweise nicht so unser Ding. Dieser Ort ist allerdings anders und überzeugt durch die Herzlichkeit und die Fürsorge für die Tiere. Der Besucher wird mit sehr vielen Informationen zu den einzelnen Tieren und vor allem zu den Verhaltensweisen dieser versorgt. Auf der Interaktionsfläche kann man sich einen Papagei auf die Schulter setzen lassen oder sie einfach aus der Nähe betrachten.

 

Bar del Sol - stadtweit bekannt als Bar aleman

Jeder kennt hier die "deutsche Bar". Thomas aus Ulm hat sich vor mittlerweile acht Jahren hier in Copàn niedergelassen und Einheimische wie Touris lieben gleichermaßen sein selbstgebrautes Bier. Auch seine selbstgemachte Rostbratwurst soll klasse sein, da unsere Gastmutter uns so gut versorgt sind wir bislang jedoch nicht in den Genuss gekommen. Die Einrichtung ist wie in einer typisch deutschen Kneipe und das Bier schmeckt endlich mal wieder köstlich kräftig. 

 

Ruinas de Copàn

Die Stadt Copàn war das Paris der Mayas - viele künstlerische Glyphen und Stauen zieren Tempel und Häuser. Obwohl nicht die größte der Maya-Stätten ist es malerisch in einem Tal gelegen und nach wie vor sehr imposant. Wir begannen unsere Reise in die Vergangenheit in dem ursprünglichen Stadtteil der Maya-Mittelklasse. Viele lassen diesen Teil der Ruinen (Las Seculturas) aus, doch ein Kanadier in der Bar aleman hat uns empfohlen unbedingt diesen Teil zu besuchen, da hier der Guide kostenlos und die Stätte wilder und leerer ist. Gesagt - getan. Unser Guide Daniel arbeitet seit bereits 25 Jahren in den Ruinen. Was für uns zunächst aussah wie Steinhaufen stellte sich als Küche, Wohnzimmer, Grabstätte oder Fenster heraus. In langsamem Spanisch erklärte er uns geduldig das Leben der Maya im Jahr 700 n.C. sowie einige Bräuche, Traditionen und Hilfsmittel. Anschließend haben wir die gr0ßen Ruinen erkundet. Hier lebte damals der König und die Oberklasse in riesigen Tempelanlagen. Es sind nach wie vor sehr imposante Bauwerke und man kann nur erahnen wie es hier damals ausgesehen haben muss. 

Neben den Tempeln haben uns besonders die hier frei lebenden Papageie gefallen.

 

Sonstige Tipps:

Café ViaVia - Sonntags bis Dienstags gibt es hier eine Movie Night mit aktuellen Filmen. Mittwochs Salsakurse und an den restlichen Tagen Musik.

Café Paris - Etwas außerhalb der "Innenstadt" liegt das sehr nette und liebevoll eingerichtete Café. Unbedingt den Kuchen probieren!

Café Raffael - 

Thermalquellen - Alle schwärmen von den heißen Quellen. Da wir jedoch nicht so darauf stehen und $25 p.P. viel Geld sind, haben wir uns dagegen entschieden.

 

Alles in allem können wir Honduras, Copàn und auch die Sprachschule Guacamaya unbedingt weiterempfehlen! Schade, dass wir nicht noch mehr Zeit haben :-)

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