Highlands, Wandern, Maya-Kultur - Guatemala

Guatemala verzaubert mit unglaublich schöne Landschaften und wunderbare Menschen. Besonders die Nachfahren der Maya strahlen Lebensfreude aus und die Kinder laufen auf einen zu und man würde sie am liebsten alle in den Arm nehmen. Die Highlands in Guatemala westlich von Antigua bieten die ideale Kombination aus kleinen Dörfern in einem unbeschreiblichen Setting.

Als wir noch in El Salvador waren haben uns Tim und Katja aus Hamburg von einer Wanderung von Quetzaltenango (Xela) zum Lago Atitlan vorgeschwärmt. Durchgeführt von den Quetzaltrekkers bringt der Hike einen in drei Tagen durch die Berge Guatemalas. Der gesamte Erlös geht dabei in soziale Projekte der Umgebung. Da mussten wir nicht lange nachdenken und schwups war die Tour gebucht, die Anzahlung bezahlt und wir in einem Chickenbus nach Xela. 

Tag 0

Am Abend von dem Hike findet um 18:00Uhr eine Besprechung statt wo wir die Guides (Paul, Sam und Kat) und unsere elf weiteren Mitwanderer kennenlernen und alles Nützliche zu dem kommenden Abenteuer erfahren. Da die Wanderung drei Tage dauert muss jeder etwas gemeinschaftliches tragen (F: Haferflocken, Erdnussbutter und Gurken; J: Erdnussbutter, Paprika und Bohnen) und zusätzlich das eigene Gepäck. Ausrüstung die man selber nicht hat kann man sich kostenfrei leihen (Isomatten, Schlafsäcke, Wanderschuhe etc.). Wir haben erfahren, dass wir bei lokalen Familien übernachten werden und einige Maya-Traditionen auf uns warten. Also schnell Sachen packen und früh ins Bett gehen.

Tag 1

Treffen ist um 06:30 und es beginnt alles mit einem ausgiebigen Frühstück. Nach etwa 25 Minuten durch die Stadt kommen erste Zweifel hoch wie man denn diesen Rucksack die nächsten drei Tage bergauf und -ab schleppen soll. Wird schon … Eine kurze Busfahrt später sind wir am Einstiegspunkt angekommen und es geht erstmal für etwa zwei Stunden steil bergauf. Paul läuft vorne, Sam in der Mitte und Kat hinten. Jeder kann dadurch so schnell gehen wie er will oder kann. Oben angekommen (3050 m ü. Nn.) erstreckt sich eine ein riesiges Platteau. Die Einheimischen nennen das hier Alaska. Im Laufe des Tages wechselt die Vegetation von kahl zu dichten Wäldern, zu Dschungeln, zu Nebel, zu Sonne … Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir unser erstes Ziel - das Dorf Santa Katarina. Da es in den Highlands häufiger kühl wird haben die Bewohner dort eine Art Sauna erfunden. Sie sieht aus wie eine Hundehütte und riecht wie ein Räucherofen. Man kriecht rein auf allen Vieren rein und dort ist die Hütte in die Feuerstelle (glühende Kohle) und einen Sitzbereich aufgeteilt. Außerdem wird in der Sauna Wasser erhitzt, das man zum Duschen verwenden kann. Es ist nicht mit einer normalen Sauna vergleichbar, aber es ist unglaublich angenehm und nach einem Tag wandern genau das Richtige.

Tag 2

Der Wecker klingelt mal wieder um 06:30 und nach einem typisch guatemaltekischen Frühstück heißt es wieder Rucksack auf und los geht es. So langsam gewöhnt man sich daran oder vielleicht doch nicht?! Naja, es gibt keine andere Möglichkeit. Also aufschnallen und los. Nach einer kurzen Wanderung entlang einer Klippenstraße mit wunderschönen Ausblicken erreicht man „record hill“. Wer will kann sich an diesem Berg messen und inklusive Gepäck so schnell es geht hochkommen. Jana ist mit der Gruppe gewandert, aber ich habe mich für das bisschen Anstrengung entschieden. Die 750m bergauf sind sehr sehr steil und haben mich geschafft, sodass beim Mittagessen ein kleines Nickerchen unabdingbar war ;-) Ansonsten läuft man an unzähligen Feldern und Dörfern vorbei. Überall sehen Kinder die Gruppe, laufen raus, grüßen und winken euphorisch. Aussicht hin oder her, aber die in den Highlands lebenden Menschen machen den Trek erst richtig besonders. Kurz bevor man das Haus von Don Pedro, dem Besitzer unserer Unterkunft für die zweite Nacht erreicht, muss man noch durch das Cornfield of Death. Was es genau ist, werden wir nicht verraten, aber Muskelkater ist für den nächsten Tag vorprogrammiert. 

Tag 3

Weil ich so gerne früh aufstehe … NIIICHT … klingelt der Wecker bereits um 03:30 Uhr. Schnell die Sachen packen und in etwa einer Stunde ist eine kleine Wiese mit einer atemberaubenden Aussicht erreicht. Unter uns liegt der Lago Atitlan mit seinen beleuchteten kleinen Städchen, dahinter unzählige Vulkane, über uns die Sterne und am Horizont wird es langsam rosa, denn die Erde dreht uns unaufhaltsam in Richtung Sonne. In etwa einer Stunde wechselt der Himmel die Farben mehrmals und der Tag bricht an. Ich muss gestehen das ist die erste Sonnenaufgangstour, die ich je gemacht habe, die mir wirklich Spaß gebracht hat, da es einfach ein magischer Moment ist.

Nach einem entspannten Frühstück und noch etwa zwei Stunden bergab haben wir San Juan la Laguna erreicht und nach einem kurzen Kaffeestop ist die Tour um etwa 14:00Uhr in San Pedro la Laguna beendet. Wir sind zwar recht erschöpft, allerdings unglaublich glücklich diese Tour gemacht zu haben. Danke Tim und Katja für das Vorschwärmen, das können wir genauso weitergeben!

P.S.: der Polizist auf dem Gruppenbild ist nur bei dem Sonnenaufgang dabei. Don Pedro hat sonst Angst, dass uns etwas passieren könnte.

Tipps:

  • Einen Tag vor der Wanderung in Xela anreisen ist ausreichend, die Stadt ist nicht wirklich schön und sich an die Höhe gewöhnen muss man nicht.
  • Direkt bei den Quetzaltrekkers liegt das Hostel Casa Argentina. Es ist sehr schäbig, spart allerdings viel Zeit am morgen und ist sehr günstig.
  • Warme Klamotten auf den Hike mitnehmen.
  • Wanderschuhe braucht man nicht zwingend, wir haben den kompletten Trek in normalen Sportschuhen gemacht. Die Flussüberquerungen sind ebenfalls kein Problem.
  • Das Essen ist super und man wird ständig versorgt. Man muss also kein eigenes Essen mitbringen.
  • Die Organisation ist komplett non-profit und wirklich das gesamte Geld fließt in Projekte der Region. Alle Guides arbeiten ehrenamtlich und es gibt keine einzige bezahlte Stelle. Die haben nichts mit den Quetzaltrekkers in Leon (Nicaragua) zu tun, dort funktioniert das alles etwas anders.
  • Ach der Lago Atitlan … der bekommt die Tage einen eigenen Artikel :-)

Die Stationen unserer Wanderung:

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Kommentare: 3
  • #1

    Tim (Sonntag, 21 Februar 2016 06:52)

    Erinnerungen werden wach.

    Freut mich, daß Euch der Trek genau so gut gefallen hat wie uns.

  • #2

    Maja (Sonntag, 21 Februar 2016 07:54)

    Auf die Erfahrung bin ich jetzt mal so richtig neidisch!!! Klingt toll und die Fotos sind der Hammer!

  • #3

    Fjodor (Sonntag, 21 Februar 2016 22:36)

    Der Trek war der Hammer!! Ich kann ihn jedem nur (weiter) empfehlen.

    Es war gar nicht so einfach die Bilder dafür auszuwählen. Ich hätte viel mehr hochladen können ... :-)