Echt utopisch!

Antigua, 14 Uhr, unsere Busfahrt nach Lanquin, in der Nähe des Naturschutzgebiets Semuc Champey beginnt. Wir sammeln in jeder Ecke der Stadt noch weitere Touristen ein und gegen 15 Uhr gehts dann wirklich los :-) Randnotiz: Während wir im Rest Zentralamerikas immer mit den lokalen Chickenbussen unterwegs sind, sind wir hier sehr viel auf die Touristen Shuttles angewiesen, da die Strecken zum Teil gefährlich, häufig sehr lang sind und es auch preislich kaum einen Unterschied macht. Shuttle klingt fancy - ist es aber nicht, denn in dem kleinen Minivan ist wirklich jeder Platz besetzt, selbst die ausklappbaren Notsitze. 

So, stellt euch vor, ihr fahrt jetzt für ca. 5h in die nächst größere Stadt Coban. Hier steigt ihr um in einen anderen Minibus, der Allradantrieb hat. Mit diesem Gefährt holpert ihr über Dirtroads drei Stunden nach Lanquin. Mittlerweile ist es spät und dunkel - aber keine Sorge noch sind wir nicht am Ziel :-) Schnell die Rucksäcke vom Bus wuchten (für die war IM Bus kein Platz mehr) und dann alles auf einen Pick-Up verladen. Auf der Ladefläche befinden sich dann zwei Rucksäcke und Fjodor und ich. Eigentlich ganz gut nach den 9 Stunden Bus ein wenig zu stehen. In dieser Position geht es noch einmal 30 Minuten ins Nirgendwo. Als wir dort ankommen, ist es auch hier dunkel. Es brennen Kerzen, denn ab 20:00 Uhr wird der Strom abgestellt. Dann checken wir ein und müssen einen Wisch unterzeichnen, in dem wir bestätigen, dass wir wissen, dass hier im Nirgendwo keine ärztliche Versorgung zu finden ist und wir uns auf eigene Gefahr hier befinden…. klingt utopisch, oder? Ist es auch, denn wir sind endlich angekommen im Hostel Utopia in Semuc Champey. 

Die Fahrt war nicht gerade ein Highlight, aber in 6 Monaten reisen, ist nicht immer alles rosa rot - vor allen der Transport nicht. Aber die wunderschöne Unterkunft inmitten der Natur entschädigt. Von Kerzenlicht geleitet, geht es in unser kleines Nook - ein Holzkämmerchen mit Doppelbett in einer Art riesen großem Baumhaus. Wir schlafen hier mitten in den Natur und dank der langen Fahrt auch ziemlich gut. 

Am nächsten Tag geht es endlich in das Naturschutzgebiet - das eigentliche Ziel der langen Reise. 

Vom Utopia aus können wir direkt nach Semuc laufen (alle anderen Hostels in Lanquin bieten Shuttles an). Zunächst wandern wir 2 km zum Parkeingang und entscheiden uns dann direkt zum Aussichtspunkt aufzusteigen...

Von hier aus blickt man direkt auf die türkisblauen Pools, die vom Wasser des nahe gelegenen Flusses gespeist werden. Besonders ist, dass der Fluss selbst unterirdisch verläuft und nur ein Teil des Wassers in die Pools gelangt - es sieht wirklich wie gemalt aus :-) Es sind 36 Grad und wir freuen uns bereits unten im Wasser abzukühlen, denn man kann in den Pools schwimmen. Das Wasser ist kristallklar und an einigen Stellen sogar so tief, dass man reinspringen kann. Die Stunden rinnen so dahin… Aber um 15:30 Uhr haben wir noch ein Date, denn wir werden uns in Schwimmringen aka alten Autoreifen den Fluss hinunter bis zu unserer Unterkunft spülen lassen. Es ist an sich mega entspannt, aber drei-vier Mal wird es ein bisschen aufregend, denn es geht kleine Stromschnellen hinunter. Mit ein bisschen Dosenbier, das einem guatemaltikische Kinder, die sich ebenfalls in ihre Ringe schwingen, verkaufen, geht es schon viel besser :-) 

 

Fröhlich und erschöpft von so viel Sonne und Wasser kommen wir in unserer Unterkunft an. Am Abend essen alle gemeinsam Abend - total nett, so können wir Tipps und Ideen für die kommenden Tage mit anderen Reisenden austauschen. Heute geht der Strom bereits um 18:00 Uhr aus, denn es regnet und gewittert so stark, dass der Strom ausfällt und den Generator heben die Besitzer lieber für Notfälle auf. So sitzen wir in diesem überdimensionalen Baumhaus bei Gewitter und Kerzenschein, trinken ein Bier und denken „Es ist utopisch hier im Utopia, utopisch schön“. 

Tipps: 

  • Das Hostel Utopia ist wirklich super schön und die beiden Besitzer wissen genau, was ein gutes Hostel braucht. Kleiner Wermutstropfen: Da es sehr sehr abgeschieden liegt, ist man auf das Essen etc des Hostels angewiesen. Kein Problem, denn es ist wirklich lecker und die Preise sind OK. Leider geben sich die Angestellten (meist Volunteers um die 20) nicht besonders viel Mühe, sind muksch, wenn man den Shuttle nicht über sie bucht oder sonstige Fragen hat. 
  • Die Gesellschaft Mayach Travel bietet definitiv die günstigsten Shuttles an. Wir haben in Antigua viele Anbieter verglichen - alle verlangen andere Preise. Man landet aber am Ende in genau dem gleichen Bus. Also, Mayach it is! 
  • Wo es geht die lokalen Chicken Busse nehmen, denn die Shuttles sind eine Zumutung! Aufgrund der Sicherheitslage sollte man zwischen Antigua und Guatemala Stadt immer ein Shuttle nehmen.

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