Eine vergessene Stadt mitten im Jungle

Nach über elf Stunden im Bus für eine Strecke von gerade einmal etwa 280 km sind wir mitten im Jungle angekommen. An dieser Stelle haben die Mayas einst ihre größte Stadt gehabt: Tikal. Die riesigen Tempel und die Aussicht beeindrucken uns sogar mehrere Jahrhunderte nach dem Zerfall der Mayas.

Die Ruinen befinden sich in der Nähe der kleinen Stadt Flores. Diese ist malerisch auf einer kleinen Insel in einem See gelegen. Wir entschieden uns für das Hostel Los Amigos (in Ordnung, allerdings nicht weltbewegend). Die Stadt ist auf Tikalbesucher eingestellt und an jeder Ecke werden Touren, Transport, Guides und alles mögliche angeboten. Wir haben gehört, dass die Sonnenaufgangs oder -untergangstouren zwar ganz nett sein sollen, aufgrund des Wetters und der Mehrkosten (spezielles Ticket und man muss einen Guide nehmen) sich nicht zwingend lohnen. Wir haben uns also dagegen entschieden und einen Transport für den nächsten Tag organisiert. Wie immer in Guatemala kann man verhandeln, ja auch im Reisebüro … Für 60 Quetzals (7,50€) ging es mal wieder in einem Minivan hin, die Rückfahrt war zeitlich flexibel. 

Nachdem wir in Honduras bereits einiges über die Mayas gelernt haben sind wir gut vorbereitet aufgebrochen. Tikal liegt auf einem kleinen Hügel mitten im Jungle. Es gibt unzählige Pyramiden und Ruinen zu entdecken. Die gesamte Stadt ist um die Gran Plaza aufgebaut mit den zwei Haupttempeln und der Nordakropolis. Verlässt man allerdings die ausgetrampelten Hauptpfade gelangt man durch tiefsten Jungle zu weiteren abgeschiedeneren Tempeln. Auf einem dieser Pfade bewegte sich dann auch neben uns eine Riesentarantel. Es raschelt aber generell überall und sobald man einen solchen Pfad alleine betritt fühlt man sich direkt wie Indiana Jones. Nicht umsonst hat Steven Spielberg damals unter anderem diesen Ort für den Dreh der Filme ausgesucht.

Ein Highlight in Tikal ist Tempel IV. Unweit der Gran Plaza gelegen, kann man auf diesen Tempel über aufwändige Holzleiter-Konstruktionen hinaufklettern. Von oben (64m und damit höchster Tempel) hat man einen atemberaubenden Blick über die Landschaft, den Jungle und die anderen Tempel, die aus dem Dickicht hinausragen. Trotz der beschwerlichen Anreise ist Tikal jede Anstrengung wert. Nicht umsonst wird diese Stätte wirklich überall in Mittelamerika beworben ;-)

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