Mahalo Miss Waikiki

Der wohl bekannteste Ort Hawaiis ist der Waikiki-Strand, auf der Insel Oahu. Doch die Insel hat so viel mehr zu bieten. Wir gingen mit einem Mietwagen auf eine Erkundungstour, die uns durch die unterschiedlichsten Klimazonen, Touristenströme, aber auch abgelegene Ecken führte und die Vielseitigkeit dieser Traumdestination offenbarte.

Eines mal Vorweg: das Klima auf Hawaii ist völlig abgedreht und wir haben nichts dergleichen irgendwo anders erlebt. Das ist uns bereits auf Maui aufgefallen, aber Oahu hat es nochmals bestätigt. Die Insel ist recht klein und man kann in zwanzig Autominuten aus dem Süden in den Osten fahren oder in etwa einer Stunde die gesamte Inseln von Nord nach Süd überqueren. Während am Startort die Sonne scheint und der Himmel blau ist, wechselt das Wetter auf der Strecke von starkem Regen wieder zur Sonne an der Küste. Ganz beliebt ist auch Sonnenschein mit Regen. Wie das geht wissen wir nicht, konnten dieses Phänomen jedoch häufiger beobachten. Was wir daraus gelernt haben: es gibt kein gutes oder schlechtes Wetter auf Hawaii, sondern es hängt total von der Tageszeit und dem genauen Aufenthaltsort ab - einfach verrückt.

 

Trotz der Größe ist die Insel sehr stark bevölkert. Honolulu hat in der Metropolregion (ja, sowas gibt es auf einer winzigen Insel) etwa 950.000 Einwohner und bei dem Blick auf die Skyline wirkt die Stadt eher wie eine Metropole auf dem Festland als auf einer winzigen Inselgruppe mitten im Pazifik (nächstes Festland ist immerhin 3.200km entfernt). Wir wollten dem Trubel entgehen, etwas Geld sparen und haben uns mal wieder ein privates Zimmer über AirBnB in dem kleinen Ort Ewa Beach im Südwesten der Insel gebucht. Die Unterkunft war riesig und Jason ein Super-Host. Man kann alles benutzen, hat einen eigenen Garagenstellplatz ein eigenes Bad und Sonntags gibt es BBQ mit Jason, seiner wunderbaren Mitbewohnerin Brooke und deren Freunden. :-) 

Typisch US und A, es gibt kaum öffentliche Verkehrsmittel, also ist man auf einen Mietwagen angewiesen. Mit diesem lässt sich die Insel sehr leicht erkunden. Im Grunde kann man die Insel in vier Himmelsrichtungen aufteilen, denn jeder kann man eine Charaktereigenschaft zuordnen:

Der Norden

Allen als Northshore bekannt, ist der vermutlich gemütlichste und entspannteste Teil der Insel. In diesem Teil Oahus scheint die Welt noch in Ordnung zu sein und die Menschenmengen Honolulus in einer anderen Welt. Hier ist das Surferparadies, die Strände sind weitestgehend wild, das Meer rau, die Sonnenuntergänge malerisch und die Landschaft grün. Am Turtle Beach kann man riesige Schildkröten beobachten. Das haben wir nun zwar häufiger gemacht, die Tiere sind jedoch immer wieder faszinierend. Uns hat am besten der Strand in der Weimea Bay gefallen und die Shark-Cove zum Schnorcheln.

Der Osten

Der Osten ist die edlere Gegend ohne dabei protzig zu wirken. Hier zahlt man die höchsten Grundstückspreise der Insel, da sie an den schönsten Stränden der Welt liegen. Lanikai Beach taucht regelmäßig in diversen Ratings auf (wer testet sowas? Wir wollen auch so einen Job) … Aus unserer Sicht völlig zurecht. Durch den Bekanntheitsgrad ist es recht voll, aber immer noch kein Vergleich zu europäischen Stränden. Ein weiteres Highlight ist die Fahrt in den Osten. Aus Honolulu fahren drei Highways durch die Berge und wir können vor allem den H3 und die 61 empfehlen. Auf beiden hat man fantastische Ausblicke auf die vor einem liegende Landschaft.

Der Westen

Obwohl es geografisch nicht komplett korrekt ist (hängt ja immer davon ab wie man schaut ne ;-)), zählen wir Pearl Harbor zum Westen. Dieser Teil der Insel ist historisch. Als die Japaner den Hafen am 07. Dezember 1941 angegriffen haben, haben sie diverse Flugzeuge zerstört, mehrere Schiffe versenkt und über 2.000 Menschen getötet. Man kann und sollte es besichtigen. Das Visitors Centre ist sehr informativ mit kleinen Ausstellungen und Filmen. Es ist irgendwie ein besonderer Ort. Leider konnten wir nicht auf das USS Arizona Memorial, da der Wind für die Fährüberfahrt zu stark wehte.

Der Süden

Dieser Teil der Insel ist touristisch und metropolit zugleich. Riesige Shopping Malls, Ströme von Touristen, ein alter Vulkan und Miss Waikiki erwarten einen hier. Waikiki ist recht groß, durch die vielen Touristen trotzdem sehr voll. Es ist ein Ort, den man gesehen haben muss, wenn man hier ist, ansonsten allerdings vermeiden sollte. Allerdings gab es hier unglaublich gute Anfängerwellen zum Surfen und so hat uns und vor allem mir (Fjodor) sehr gut gefallen. Und bei so einer langen Reise sind amerikanische Shopping Malls auch mal ganz praktisch (wir haben ja mal erwähnt, dass uns ein Handy geklaut wurde). Unser Highlight im Süden war allerdings der Diamond Head - ein alter Vulkankrater am östlichen Ende von Waikiki. Man kann mit dem Auto in den Krater fahren und dann in etwa zwanzig Minuten auf den Kraterrand wandern. Die Aussicht von oben ist herrlich!

Bevor wir hier waren, haben wir viel über Hawaii gehört und wussten nie, ob das stimmt. Hier unsere persönliche Liste mit „Vorurteilen“ und die Klarstellung:

  • Bei der Ankunft erhält jeder eine Blumenkette - das ist leider falsch. Nur einige große Touranbieter verteilen an ihre Kunden bei der Ankunft Blumenketten. Aber man kann sich welche aus einem Kühlschrank (!) am Flughafen kaufen.
  • Hawaii ist sehr teuer - das stimmt. Viele Dinge auf Hawaii sind unglaublich teuer (Paket Brot 7$, Pfund Paprika 8$ …), allerdings ist das regional unterschiedlich, z.B. empfanden wir Maui günstiger als Oahu. Außerdem kann man in jedem Supermarkt Stammkunde werden, man muss sich nur mit seiner Telefonnummer registrieren und schon kostet eine Flasche Wein 5$ anstatt 11$. Die Registrierung ist kostenlos und dauert weniger als eine Minute. Unsere Telefonnummer war frei erfunden… Unterkünfte und Mietwagen schlagen dann noch zusätzlich ins Budget und diese Kosten sind ebenfalls sehr hoch. Benzin ist übrigens sehr günstig.
  • Hawaii ist nur zum Surfen gut - das stimmt nicht. Klar, Hawaii ist sehr bekannt für seine Wellen und jedes Jahr werden hier Wettbewerbe ausgetragen. Die Inseln sind jedoch sehr vielfältig und bieten etwas für jeden Geschmack, ob wandern, schnorcheln, tauchen, sonnenbaden oder campen.
  • Hawaii ist anders als der Rest der US und A - das stimmt so halb. In vielerlei Hinsicht merkt man in welchem Land man sich befindet, seien es die Autos, die Supermärkte oder die Touris. Kommt man jedoch mit Einheimischen oder auch zugezogenen ins Gespräch sieht es etwas anders aus. Washington scheint hier einfach in einer anderen Welt zu sein. Uns hat besonders gut ein Aufkleber an einem Auto gefallen: „Relax, this ain’t the mainland!“

Wer unseren Blog aufmerksam verfolgt, der weiß, dass uns bis jetzt so ziemlich alle unsere Stops gut gefallen haben (ein Hoch auf unsere Planung und die tolle Welt). Hawaii hat’s uns aber irgendwie besonders angetan und wir verstehen so langsam, warum die Inselgruppe von so einem mystischen Charme umgeben ist. Es ist die Mischung aus Hula, Blumen, Sand, Meer, Surf, Natur und wahnsinnig viel grün. Hawaii, es waren zwei wunderbar entspannte Wochen mit dir, Danke! Oder wie es auf Hawaiian heißt, Mahalo! Uns weil es so schön war, haben wir ein kurzes Erinnerungsvideo zusammengeschnitten :-)

Tipps auf Oahu:

  • Jasons Haus in Ewa können wir nur weiter empfehlen. Und das nicht nur wegen der sonntäglichen BBQs sondern auch wegen des ober-chilligen Hunds Yang Soon! 
  • Apropos Essen. Teddys Bigger Burger sagt er hat den besten Burger Hawaiis. Die Burger sind wirklich super lecker. Auch die Süßkartoffel Pommes haben es uns angetan. 
  • Wer shoppen will sollte die größte Outdoor Mall der Welt auschecken: Ala Moana Mall
  • Wir waren leider zu spät dran, aber die Shrimp Trucks in Haleiwa sahen wirklich cool aus und es lohnt sich bestimmt hier für ein paar frische Meerstierchen anzuhalten. 
  • Nach Pearl Harbor solltet ihr früh aufbrechen, denn die ersten 2.000 Besucher des Tages erhalten ein kostenloses Ticket, um das USS Arizona Denkmal anzusehen 
  • Es lohnt sich in jedem Supermarkt „Kunde“ zu werden. Insbesondere Foodland hat saftige Discounts. 

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