Einmal quer durch Australien

Um von Sydney nach Perth zu kommen, mussten wir einmal quer durch das Land und dabei die etwa 1300km breite Nullarbor Ebene überqueren. Es ist eines der trockensten und kargsten Flecken unserer Erde und doch überraschte uns diese scheinbar endlose Wüste an jeder Ecke.

Wir haben bereits vor einigen Jahren mehrere Monate in Sydney gelebt und gearbeitet und anschließend das Land bereist: Great Barrier Reef, Melbourne, Great Ocean Road, Ayers Rock, das Outback etc. Bereits damals stand für uns fest, dass wir beim nächsten Mal die schiere Weite des Landes kennenlernen möchten und den typischen Touristenpfad verlassen wollen. Wir entschieden uns für die Überquerung von Ost nach West, der Nullarbor. Das Wort stammt aus dem lateinischen für Nulla - Kein und Arbor - Baum. Die Ebene ist eigentlich der größte Kalksteinfelsen der Welt und dadurch absolut trocken. Das ganze kombiniert mit so gut wie keinem Niederschlag ergibt wirklich schwierige Lebensbedingungen für die Flora, Fauna und die Menschen.

 

Bei der Streckenplanung wurde uns dann zum ersten Mal bewusst wie groß diese Ebene wirklich ist und was wir da vorhaben. Es gibt nur etwa sieben „Siedlungen“ auf dem Weg - so genannte Roadhouses mit meistens einer Hand voller Einwohner. Durch die Trockenheit ist hier alles Kostbar: Wasser ist Mangelware und muss auf jeden Fall mitgebracht werden, Benzin ist gute 50% teurer als überall anders und ein Eis kostet gerne mal 6$. So waren wir vorher groß Einkaufen, haben unseren Camper Betty vollgetankt und es ging los in das Abenteuer.

 

Auf den ersten Kilometern ist die Landschaft noch ganz normal und wir fahren durch bewaldete Hügel und sehen wie immer tote Kängurus am Straßenrand. Auf einmal kommen wir aus dem Wald raus und vor uns erstreckt sich eine riesige Ebene - flach wie eine Flunder. Unsere Straße führt mittendurch. Überall sind kleine Büsche und wir sind überrascht wie grün es ist. Die Straße verläuft in Küstennähe und so gibt es hin und wieder Aussichtspunkte über die Große Australische Bucht. Die Küste ist auf diesem gesamten Stück eine Steilküste und die Aussichten sprechen dabei für sich. Auf der gesamten Strecke kommen uns immer wieder Roadtrains (bis zu 60m lange LKWs) und einige Camper entgegen. Da der Verkehr sich insgesamt in Grenzen hält grüßt man jedes Auto :-) 

 

Wir haben uns in Ceduna eine Karte der Nullarbor von der Touristeninformation besorgt und arbeiten sie fleißig ab. Es gibt einige Aussichtspunkte, eine alte Telegraphenstation, Steinfelsen, Sanddünen, witzige Schilder und ein 146km langes Stück Straße ohne eine einzige Kurve. Ansonsten haben wir viiieeeeel Zeit uns zu unterhalten und Hörbücher zu hören. Bei den Stops stellen wir fest, dass Australien zwar nicht besonders flächendeckend von Menschen bevölkert ist, dafür allerdings von Fliegen. So viele Fliegen haben wir noch NIE gesehen und so shoppen wir uns Kopfnetze (wirklich sinnvoll investierte 5$). Insgesamt durchqueren wir die Wüste in drei Tagen und sind überrascht über die vielen positiven Eindrücke.

Tipps:

  • Genügend Wasser und Verpflegung einpacken, sodass man unterwegs nichts benötigt.
  • Am Anfang die sehr informative Karte der Nullarbor Ebene bei der Touristeninformation abholen.
  • Sanddünen bei Eucla
  • Head of Bight und die Lookouts 1, 2 und 3.
  • An der Grenze von South Australia zu West Australia muss man alles Obst, Gemüse und Honig abgeben, also zusehen, dass man nicht zu viel im Kühlschrank hat.
  • Nicht an den Roadhouses campen, sondern an den Aussichtspunkten.
  • Fotos von den Schildern machen.
  • Gute Hörbücher :-)

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