Bali: Gaumenfreude und Po-Schmerzen

Diese Kombination scheint im ersten Moment ein wenig merkwürdig, doch sollten wir die letzten zwei Wochen auf Bali mit zwei Worten beschreiben, dann genau mit diesen. Jeden Tag überraschte uns die Insel mit neuen Köstlichkeiten und jeden Tag schmerzte uns der Po vom vielen Rollerfahren. Unser Fazit: auch beim zweiten Mal war's klasse hier - sogar noch besser als beim ersten Mal! 

Australien zu verlassen fiel uns wirklich schwer... Mit dem Camper Betty hatten wir ein kleines Reise-Zuhause auf Zeit gefunden und eine entspannte Routine entwickelt. Doch auf Bali angekommen war alle Wehmut verflogen, denn neben Sonne und einer privaten Villa mit Pool erwarteten uns hier unsere Freunde. Wie schön es war bekannte Gesichter zu sehen und noch schöner zu erkennen, dass sich in den letzten Monaten nichts verändert hat :-) 

Wir waren bereits vor drei Jahren auf Bali und haben damals den Norden, die Region um Ubud und die Halbinsel im Süden für uns entdeckt. Schon damals war klar: wir kommen wieder. 

 

Dieses Mal sind wir in Canggu gelandet. Wir haben die zwei Wochen in einer kleinen Villa mit Pool verbracht. Die Gegend selbst erwies sich perfekt für uns. Hier gibt es kaum Hotels, dafür Unmengen an tollen Cafés und Restaurants - eben eine „Aussteiger-Gegend“ ;-). Roller sind ein Muss um von A nach B zu kommen. Und so verbrachten wir einige Stunden bei unserem Roller-Mann des Vertrauens, um die passenden Gefährte zu finden; Helme zu wechseln; Bremsen zu fixen oder Lichter zu reparieren. Es läuft hier eben anders als in Deutschland. Wir mieteten die Zweiräder für die gesamte Zeit und sie standen tatsächlich keinen Tag still (unsere Pos erwähnte ich ja bereits).

 

Zu beschreiben was wir in den zwei Wochen auf Bali alles erlebt und durchlebt haben würde diesen Artikel unendlich lang machen, so konzentrieren wir uns auf unsere drei Highlights die uns besonders gefallen haben und weswegen wir diese Insel so lieben!

Satu-Satu Café

Ein Café auf unserer Bali-Highlight-Liste? Ja, genau, denn das Satu-Satu verdient eigentlich einen ganzen Blog-Beitrag. Es fing alles mit einer simplen Google-Suche an, denn ich (Jana) dachte unsere Villa sei im Nirgendwo und wollte (so wie ich eben bin) schon mal einen Frühstücksladen auschecken. Das Satu-Satu war nur 5 Minuten entfernt und theoretisch aus zu Fuß erreichbar (sobald wir unsere Roller hatten, wurden wir recht faul). Was aber macht den Laden besonders? Um es einfach zu sagen - wir kamen als Kunden und gingen als Freunde.

  • Der Kaffee ist nicht nur lecker, sondern Barista Dedo zaubert jeden Morgen neue Kunstwerke mit dem Milchschaum (hier freut sich sogar mein Teeherz).
  • Das Essen ist super und vor allem ist für jeden etwas dabei. Während ich total auf bunte, gesunde Food-Bowls stehe und gerne jeden Tag etwas neues, unbekanntes teste, mochten es vor allem die Männer unserer Gruppe gerne fleischig und ungesund :-) Auf Bali in seinem Healthy-Wahn gar nicht so einfach. Im Satu-Satu wird jeder glücklich und es schmeckt so gut, dass wir fast jeden Tag hier her kommen. 
  • Das Wichtigste ist aber das Personal. Der Chef Eddie und seine Mitarbeiter haben uns jeden Tag mit einem Lächeln begrüßt. Am Sonntag hat das Café wie viele in der Region geschlossen. Wir bekommen aber ein Special-Treatment und erkunden mit Barista Dedo seine Heimat Ubud. Ein Ausflug der besonderen Art, der auf jeden Fall auch eines unserer Highlights ist. 

Ubud

Als Eddie uns angeboten hat, dass sein Mitarbeiter Dedo uns am Sonntag die Gegend rund um Ubud zeigt, dachten wir erst es sei ein Scherz… Aber nein, die beiden machten Ernst. Dedo mietete ein Auto (das wir natürlich zahlten) und holte uns Sonntag morgen ab. Unser erster Stop: Ubud und der Monkey Forest. Eine mega Touri-Attraktion, die wir bereits kannten. Dennoch ist es immer wieder witzig, die kleinen, frechen Affen in ihrer freien Wildbahn zu sehen und sich dabei die vom Jungle bewachsenen Tempel anzusehen. Von dort ging es weiter zum Wassertempel. Dedo brachte uns Sarongs mit, sodass wir traditions-konform in den Tempel schritten. Wie der Name schon sagt, ist hier das Wasser heilig. Hindus der gesamten Insel kommen und stellen sich in das heilige Wasser, um an den Hähnen davon zu trinken. In Kanistern füllen sie sich dann Wasser für die heimischen Tempel ab. Anschließend stärken wir uns in einem indonesischen Restaurant in mitten eines Reisfelds. In unserer kleinen privaten Dinner-Hütte genießen wir wieder einmal köstliches Nasi und Bami Goreng. Plötzlich fängt es wie aus Kübeln an zu gießen… gut, dass der nächste Halt ein befreundeter Kaffee-Bauer ist. Hier testen wir lokale Kaffees und Tees und kommen auch in den Genuss von der stinkenden Durian Frucht. Fjodor fand sie so eklig - er kam den ganzen restlichen Tag nicht klar. Ja, es stimmt der Geschmack nach vergammelter Zwiebel ist nicht der beste… aber schlimmer geht immer (zum Beispiel die Hühnerfüße, die ein Mann heute in Hong Kong neben uns verspeiste). Letzter Halt unseres Trips war ein Wasserfall, in dem wir schwimmen konnten - ein erfrischendes Tagesende! Danke Dedo, für diesen perfekten Tag. Zusatz: Die Insel mit dem Auto zu befahren ist übrigens noch schlimmer als mit dem Roller, denn mit letzterem kann man den Staus wenigsten entkommen). 

Bukit-Halbinsel

Die Halbinsel südlich von Jimbaran hatten wir bereits vor 3 Jahren ins Herz geschlossen. Entschieden uns jedoch auch dieses Mal dagegen hier die kompletten 2 Wochen zu verbringen, denn sie ist einfach recht abgelegen vom Rest. Dennoch besuchten wir wieder die zahlreichen schönen Strände. Unsere Lieblingsorte sind:

  • Padang Padang: kleiner und recht voller Strand mit tollem Wasser und guten Surfwellen an der rechten Seite - außerdem gibts hier super leckeres Nasi Goreng
  • Balangan Beach: einer riesig großer Strand, den man vom hinteren Ende des Parkplatzes in seiner ganzen Pracht betrachten kann - hier sind wenig Leute und gute Wellen. Wen Ebbe ist, sind Schuhe zum Schwimmen sehr ratsam
  • Dreambeach: Klingt gut, ist eher durchschnittlich. Das Wasser ist wunderschön. aber es sind einfach zu viele Leute hier. 
  • Bingin Beach: Hier waren wir dieses Mal nicht, aber man kann den kleinen Strand gut von Dreambeach aus sehen - weniger Leute, schönes Wasser 
  • Single Fin: Immer noch eine tolle Bar und die perfekte Location für einen Sundowner 
  • Uluwatu Tempel: Tolle Aussichten, insbesondere bei Twilight, allerdings ein wenig überbewertet. 

Tipps:

  • Verkehr/Roller: Nicht nur gutes Sitzfleisch sondern starke Nerven sind auch wichtig. Lasst euch einfach im Verkehr treiben. Hier hat zwar niemand eine offizielle Führerscheinprüfung abgelegt, dennoch funktioniert alles ziemlich gut. 
  • Old Mans am Canggu Beach ist The Place to be am Mittwochabend. Die Bar platzt aus allen Nähten und wenn um 01:00 Uhr Nachts das Licht angeht, ziehen alle zum benachbarten Echo Beach - hier geht die Party direkt am Strand weiter. 
  • Strawberry Fields: Dieses Restaurant haben wir durch Zufall auf dem Weg nach Hause entdeckt. Wir sind drei Mal dort gewesen, weil das Essen wirklich klasse war (vor allem die King Prawns in Trüffelöl und das Chia Crust Tuna Steak) und weil es jedes Mal eine Promo mit 50.000 Rupien (3,33€) pro Gericht gab. Außerdem ist alles halb draußen und die vielen Lichterketten machen eine tolle Atmo. 
  • Keine Lust auf Hostel oder Hotel? Wir können jeden eine private Villa empfehlen. Je mehre Leute, desto besser, denn dann wird es richtig günstig. Wir waren zu 6. dort und haben pro Nacht weniger als auf einem Campingplatz in Australien gezahlt. Bezahlbarer Luxus… #welike 
  • Shopping in Seminyak: Im Seminyak folgt eine süße Boutique auf die nächste. Und vor allem Interieur-Zeugs gibt es en masse. Für eine Ananas-Liebhaberin wie mich ist Bali ein Schlaraffenland - die pieksige Frucht ist omnipräsent. 
  • Der Barber-Shop „the roots“: Ein Herrenfriseur wo Mann sich sofort wohl fühlt.
  • Kuta? Ernsthaft? Kuta ist viel schöner als sein Ruf. Zwar nicht unbedingt an der Hauptstraße wo es eher dem heimischen Ballermann ähnelt, der hier jedoch von Aussies besiedelt ist, aber am Strand ist die Lage viel entspannter. Wie können die Beach Lounge empfehlen. Hier gibt es leckeres Essen, einen Pool und direkt gegenüber einen breiten Strandabschnitt mit guten Anfängerwellen. 
  • Surfen: Wenn man es vorher nicht schon einmal getan hat, dann ist Bali der perfekte Ort, um Surfen zu lernen! 

Für alle die noch nie auf Bali waren: 

Die Insel hat nicht die schönsten Strände dieser Welt und wer einfach nur pure Entspannung ohne viel Nachzudenken sucht, ist hier vielleicht falsch. Ist man allerdings auf der Suche nach einem Ort der an jeder Ecke überrascht, unzählige Möglichkeiten, wunderbares Essen und eine einzigartige Atmosphäre bietet und dabei einfach freundlich und entspannt (und günstig) ist, dann findet man in Bali sein persönliches Paradies. So ergeht es uns und wir kommen auch trotz der Po-Schmerzen vom Rollerfahren garantiert in absehbarer Zeit wieder!

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Kommentare: 2
  • #1

    Hannah (Freitag, 27 Mai 2016 09:07)

    Hach, da möchte man wirklich sofort in den Flieger steigen und dem Nieselregen hier entfliehen ;-)

  • #2

    Fjodor (Freitag, 27 Mai 2016 17:57)

    Haha, das glaube ich. Wir würden auch am liebsten sofort wieder hin... Und das obwohl Hong Kong auch gerade ganz nett ist ;-)