Hongkong: Unser Tor nach China

Auch wenn Hongkong einen Sonderstatus in China hat, so war es für uns gleich in doppelter Hinsicht der Einstieg in die Volksrepublik. Zum Einen wissen wir nachdem wir Shanghai und Peking bereist haben, dass Hongkong „China light“ war und damit ein perfekter Einstieg. Zum Anderen konnten wir in Hongkong problemlos unser China Visum beantragen und damit stand unserer Reise nichts mehr im Wege. 

Mehr zu den Visa Formalitäten finden Wissbegierige weiter unten. 

 

Hongkong… wir hatten schon so viel über diese Stadt gehört - vor allem Gutes. Wir wollten zunächst nur 2 Tage bleiben, stellten dann aber fest, dass das Visum 4 Tage braucht und mochten die Stadt zu guter Letzt so sehr, dass es 10 Tage wurden. Normalerweise sind wir nicht die Typen, die so lange an einem Ort, noch dazu einer riesen Metropole bleiben, aber Hongkong bietet so viele Möglichkeiten, dass es uns sehr leicht fiel. Außerdem war zufälligerweise eine Kollegin von mir (Jana) da. So konnten wir die Stadt mit bekannten Gesichtern unsicher machen. 

 

Also, was haben wir in Hongkong so getrieben? Wir werden jetzt nicht jeden Tag beschreiben, denn das wäre ziemlich öde und außerdem haben wir auch gar nicht soooo viel an einem Tag geschafft. Nach 5 Monaten on the road wird man von Tag zu Tag entspannter. Nicht jede Sehenswürdigkeit muss besucht und nicht jedes vermeintlich gute Restaurant probiert werden. Wir haben lange geschlafen und den Komfort unsers Hotels genutzt, lecker gegessen und gemacht worauf wir Lust haben. So ist selbst eine sieben Millionen Metropole recht entspannt. 

Unter unseren Aktivitäten gab es einige besondere Highlights über die wir berichten möchten: 

 

Victoria Peak: Auch wenn die Aussichtsfläche nicht auf der Spitze des HK Hausberges ist, hat man einen Wahnsinnsblick von hier. Man kann komplett HK Island und Kowloon mit den kilometerhohen Wolkenkratzern sehen und noch viel viel weiter (wenn die Sicht gut ist). Wir sind beim ersten Mal mit der Tram hoch und runter gefahren. Obwohl wir die Tickets vorher online gekauft haben, mussten wir anstehen und das recht lange. Dafür, dass die Fahrt recht kurz und auch nicht besonders spektakulär ist, war es das Warten nicht wert und wir raten jedem die Schlange zu checken und ansonsten den Bus (Nr. 15) zu nehmen. Das haben wir beim zweiten Mal gemacht, denn die Aussicht hat uns so gut gefallen, dass wir nochmal da waren. Wie gesagt, hoch mit dem Bus und runter sind wir gelaufen. Ein echt cooler Walk, da man tolle Blicke auf den Großstadt-Jungle gewinnt (Danke Daniel und Marco Polo für diese bildhafte Beschreibung) :-) Vor dem Abstieg sind wir von der Aussichtsplattform noch weiter nach oben in die Victoria Gärten. Der Aufstieg lohnt sich, weil die Aussicht noch uneingeschränkter ist (bei uns leider nicht, denn wir hingen in den Wolken) und weil viele Brautpaare oder gern auch einzelne Bräute hier Fotos machen lassen. Es ist ziemlich witzig zuzuschauen. 

Rooftop Bar Hopping: So ziemlich alles in Hongkong dreht sich um die Skyline. Und auch auf die Gefahr hin uns zu wiederholen, der Ausblick auf die Stadt ist wirklich der Wahnsinn. Wenn man nicht gerade auf dem Peak steht, lohnt es sich definitiv eine der zahlreichen Skybars der Stadt zu besuchen. Wir haben drei davon ausgechecked: Als erstes die höchste Bar der Welt, die Ozone Bar im Ritz Carlton. Von hier wirkt die Stadt total surreal, denn mit schlappen 490 Metern schwebt man quasi in den Wolken über der Stadt. Die Aussicht ist verrückt, wenn auch nicht die beste, weil zu hoch. Dafür sind die Drinks weltklasse und der deutsche Bar-Chef sehr nett dazu - danke Miguel für den leckeren Basil Smash. Ebenfalls auf der Kowloon Seite befindet sich die Aqua Spirit Bar. Die Atmosphäre hier ist super und durch die bodentiefen Fenster kann man wieder einmal die Skyline bewundern, dieses Mal aus dem 28. Stock. Die Höhe ist viel besser, aber die Position nicht ganz optimal. Die Drinks sind OK. Unser persönlicher Favorit war das Woolomoloo auf der HK Island Seite. Vor allem weil die Bar im 32. Stock open air ist und man hier wunderbar eine laue Sommernacht verbringen kann. Auch wenn die Drinks uns nicht überzeugt haben, fanden wir die Aussicht und die Stimmung klasse. 

HK Island: Die Skyline Seite der Stadt bekommt einen eigenen Beitrag, denn wir mochten diesen Teil der Stadt sehr gerne. Wir haben im Westen des Stadtteils gewohnt. Vor allem die Third Street direkt in unserer Hood muss erwähnt werden. Hier gibt es viele kleine Restaurants. Zu unsere Favoriten zählen, der Koreaner Seoulmate, der Taiwanese und das Nudelhaus Noodies. Aus dem Westen heraus kann man wunderbar den Hochhaus-Wirr-Warr per U-Bahn, Straßenbahn oder Bus erkunden. Nutzt unbedingt die Doppeldecker-Straßenbahn (Deng Deng), es ist zwar nicht das schnellste Verkehrsmittel, aber es macht Spaß die Stadt von „oben“ zu erkunden und hat einen nostalgischen Touch. Im Stadtteil Soho kann man sowohl tagsüber als auch abends gut Zeit verbringen. Im Hellen laden viele süße Lädchen zum Shoppen ein und Nachts wandelt sich das ganze zu Hongkongs Ausgehmeile (Lan Kwai Fong). In der Insomina Bar gibt es Live Musik und bereits um 21:00 Uhr haben wir hier getanzt.

Lantau Island: Einer der Gründe, warum wir Hongkong so sehr mochten, ist die Nähe zur Natur. Gerade noch in der Hochhauswüste in die Bahn gestiegen, erreicht man 30 Minuten später die Hügel von Lantau Island. Hier ist es grün und chinesischer als in der Innenstadt. Wir haben uns für eine kleine Rundreise entschieden: U-Bahn nach Lantau —> Seilbahn zum Big Buddha und zum Kloster —> Bus in das Fischerdörfchen Tai’O —> Bus zum Pui O San Strand —> Bus nach Mui Wo —> Fähre zurück nach HK Island 

Dragons Back: Ein weiteres Fleckchen im Grünen befindet sich auf HK Island. Per U-Bahn und Bus kommt man zum Startpunkt der Wanderung, Shek’O. Von dort geht es bergauf bergab 8.5 km über den Dragons Back zum Big Wave Bay. Große Wellen sucht man hier zwar vergeblich, aber der Strand ist recht schön. Wir sind von hier noch ein Stückchen weiter gewandert (4.5 km) und nach einem Regenschauer wieder an der U-Bahn angekommen. Wandern mitten in der Stadt - Wahnsinn! 

10.000 Buddhas Tempel: Wieder nur eine kurze U-Bahn Fahrt von Downtown entfernt, befindet sich der verrückteste Tempel, in dem wir je waren. Bereits auf dem steilen Anstieg zum Tempel wird klar, woher er seinen Namen hat. Tausende Buddhas säumen den Weg. Der wortwörtliche Höhepunkt ist der Tempel selbst, hier sind so viele kleine Buddhas, man kann sie kaum zählen :-) Hongkong bietet zahlreiche solcher Tempel, auch mitten in der Innenstadt. 

Essen ist so ziemlich das Wichtigste bei jedem Stop für uns. Über China, hatten wir (trotz des Bekanntheitsgrades der Küche) vorher nicht so richtig viel Gutes in Sachen kulinarische Erlebnisse gehört und waren daher positiv überrascht, dass es jeden Tag lecker war und der Magen keine Probleme machte. Besonders gefreut haben wir uns auf die Dim Sums. Uns wurden zahlreiche Plätze zum Essen empfohlen. Diese drei Tipps möchten wir weiter geben: 1) Tim Wuan Ho. Der Laden hat sogar einen Michelin-Stern und ist damit das günstige Sterne-Restaurant der Welt. Vor allem die BBQ-Pork-Buns sind mega lecker. 2) Din Tai Fung hat etwas taiwanischen Einfluss (eine Küche, die wir sehr für uns entdeckt haben) und mehr Gemüse-Auswahl, außerdem gibt es wie überall Tee in Massen. Nummer 3) Dim Dim Sum ist unser Favorit, Vor allem die Auswahl an kleinen Leckereien hat uns hier gefallen und wir konnten endlich das in Hongkong berühmte Pineapple Bun probieren. YUMMY! 

Tipps: 

  • Hotel: Wir fanden es im Vorfeld recht schwierig eine gute/günstige Bleibe zu finden und so haben wir uns einfach an meine Kollegin gehängt und das „Island Pacific Hotel“ auf HK Island gebucht. Wir sind sehr froh auf HK Island gelandet zu sein, denn Kowloon wäre mir auf die Dauer doch zu voll, zu ranzig und zu crazy gewesen. Das Hotel können wir sehr empfehlen: die Lage ist super, das Personal nett, es gibt einen Outdoor Pool und das Beste, ein kostenloses Handy, das wir als mobilen Reiseführer nutzten. 
  • Hier noch ein kleiner Exkurs, warum wir Kowloon zwar spannend fanden, aber froh waren, hier nicht zu wohnen: Kowloon ist so wie wir uns Hongkong zunächst vorgestellt haben. Blinkelichter, zwielichtige Gestalten und Streetfood. Erstmal nicht schlimm, aber vor allem rund um das Chungking Maision (https://de.wikipedia.org/wiki/Chungking_Mansions) wird man sekündlich angesprochen, ob man wahlweise gefälschte Uhren oder Anzüge kaufen möchte. Es ist so voll und bunt, dass durchatmen wirklich schwer fällt. Sehr viele Hostels befinden sich in Kowloon, insbesondere entlang der Nathan Road. Uns wurde schon im Vorfeld abgeraten hier zu bleiben und der Rat hat sich im Nachhinein als extrem nützlich herausgestellt :-) 
  • Free Walking Tour: Wie in vielen Städten dieser Welt, bietet Hongkong seit letzten November jetzt auch eine free Walking Tour an. Diese führt durch Kowloon und wir empfehlen sie weniger wegen dem Sightseeing selbst sondern mehr wegen der vielen Zusatzinfos, die man bekommt. 
  • Streetfood: Fishballs und Fisch Dim Sum sind der heiße scheiß auf Hongkongs Straßen. Während die Bällchen nicht so unser Fall waren, fanden wir die in Soja Soße schwimmenden Dim Sums klasse. Sie sind super als kleiner Snack zwischendurch. Und für Naschkatzen empfehlen wir im Anschluss noch Mochi (Reismehltaschen) gefüllt mit Mango. 
  • ÖPNV: Octopus Karte kaufen und los gehts. Das öffentlich Verkehrsnetz in Hongkong ist so einfach. Selbst Orientierungs-Legastheniker wie ich (Jana) finden immer die richtige Linie und den passenden Ausgang. Die U-Bahn bringt einen überall hin, in Bus oder Deng Deng ist die Aussicht besser und die Starferry zwischen Kowloon und HK ist Sightseeing pur. Mit den Octopus Karten kann man sogar in den zahlreichen Covenience Stores bezahlen. Hamburg, du kannst dir echt einiges bei Hongkong abgucken. 
  • Shopping: Hongkong hat mindestens genauso viele Märkte wie Hochhäuser. Im Vergleich zu den Wolkenkratzern unterscheiden sich die Märkte aber nur wenig. Wer gefälschte Dinge oder günstige Elektronik wie Powerbanks sucht wird hier sicher fündig. Für Original-Elektronik lohnt sich HK auch, denn es gibt hier keine Steuern und die Preise sind generell recht niedrig. 
  • Lightshow: Jeden Abend um 20:00 Uhr beteiligen sich 40 Wolkenkratzer an der Symphony of Lights. Ein Event, dass man sich mal ansehen sollte. Wir fanden es aber ein wenig überbewertet und raten euch, es einfach in einer Bar mit einem Drink anzuschauen :-) 
  • Stanley: Ebenfalls auf HK Island (ja, wir mochten diese Seite) befindet sich Stanley. Ein süßer Strandort mit kleinen Bars und einen schönen Strand. In jedem Fall einen Ausflug wert!
  • Pferderennen: Ein Event, dass wir leider verpasst haben, da es in unserer Zeit nicht statt gefunden hat, ist das Happy Valley Horse Race. Unsere Freunde waren aber da und schickten uns gleich begeistert ein Video - es sah klasse aus! Wir werden beim nächsten Mal auf jeden Fall an einem Mittwoch in der Stadt sein und wetten :-) 

Und hier noch wie versprochen ein paar infos zum China Visum in Hongkong: 

Normalerweise bekommt man als Deutscher das Chinesische Visum nur in Deutschland (oder das Land des festen Wohnsitzes) und auch nur 3 Monate im Voraus. Beides war für uns aufgrund unserer Route nicht realisierbar. Wie also an ein Visum kommen? Hongkong ist die Lösung, denn hier bekommt man recht schnell und unkompliziert ein Visum für die Volksrepublik. 

  • Office von "Forever Bright Trading" aufsuchen 
  • Pässe und Passbilder mitnehmen 
  • Formular ausfüllen 
  • Für deutsche ist nur die Abholung am gleichen Tag (etwas teurer) oder in 4 Werktage (Abgabetag inklusive) möglich 
  • Online findet man sogar noch Gutscheine und bekommt das Visum in 4 Tagen damit für ca. 40€ pro Person 

Eine sehr gute Seite mit weiteren Informationen findet ihr hier

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