Japan

Fakten

 



Wer war da: Fjodor

 

Wann: Oktober 2013

 

Anlass: Abstecher von Korea nach Japan

 

Reiseroute: Kyoto --> Toyama --> Matsumoto --> Tokyo

こんにちは

Kon'nichiwa (Hallo)

Freundlichkeit und Höflichkeit werden in diesem Land großgeschrieben. Noch nie habe ich einen so großen Spagat aus alter Tradition und Moderne erlebt. Wir leben in Europa und man staunt zum Beispiel in Prag über den Kontrast von Karlsbrücke (erbaut im 14. Jahrhundert) und den unweit gelegenen tanzenden Türmen, einer modernen Glas-Stahl-Konstruktion. Japan übertrifft diese Gegensätzlichkeit jedoch um ein Vielfaches. Auf der einen Seite fühlt man sich als sei man in Asien, auf der anderen Seite auf der größten Freiluft-Technologiemesse der Welt und dann wiederrum wie in einem Comic. Es ist ein unfassbar spannendes, aufregendes und interessantes Land - es ist das Land der aufgehenden Sonne und da ich ein Sonnenmensch bin, musste ich das kennenlernen ;)


Im Studium damals, habe ich mich spontan entschieden Japanisch zu lernen. Den Titel meines Lehrbuchs "Japanisch im Sauseschritt" hat Jana sehr häufig belächelt. Nach einem Semester konnte ich das Hiragana lesen und Hallo sagen - immerhin etwas. In Japan angekommen stellte ich fest, dass es nicht viel geholfen hat. Ich erkenne zwar einige Zeichen wieder, aber lesen oder sogar verstehen konnte ich nicht, denn es gibt noch zwei weitere Schriftarten und manchmal werden Zeichen in einem Satz gemischt. Für das Entziffern von Stationen hat es allerdings gereicht :)


In Japan, wie in kaum einem anderen Land trifft sehr viel Tradition auf Moderne. Alte Tempel, die bis ins Detail gepflegt sind stehen zwischen neuen Glasbeton-Bauten, im Kimono bekleidete Frauen laufen an Mangamädchen vorbei oder bei der Präsentation einer Hightech-Brille von Sony begrüßt die Dame mit zusammengefalteten Händen, einem freundlichen Lächeln und einem kleinen Knicks. Ich habe mich in Japan sehr wohl gefühlt. Anders als in weiten Teilen Asiens riecht es nicht unangenehm, es ist sehr sauber und alles ist mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Dafür ist Japan teuer und damit nicht das klassische Backpackerland. Klar kann man die Kosten im Rahmen halten, aber insgesamt würde ich sagen, dass die Preise ähnlich sind wie hier in Deutschland. Eine Nacht im Ryokan (klassisches Japanisches Hotel) kostet ca. 35€, im Wabenhotel 50€ und in einem normalen Hotel ab 70€. Essen, Transport und Attraktionen sind auch im ähnlichen Preisniveau wie hier. 

Meine Reiseroute hat mich von Kyoto über die Alpen nach Tokyo geführt. Ich habe das Land im Oktober bereist und habe damit die herbstliche Färbung der Bäume in den Alpen erlebt (siehe Fotos). Ein weiterer guter Zeitraum ist die Kirschblüte im Frühjahr. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen und ich würde mich freuen nochmal wiederzukommen. Das Land, die Städte, die Menschen und das Essen sind ein Erlebnis und im Nachhinein bleibt eine sehr freudige Erinnerung (beim Tippen des Textes muss ich grinsen) und der Kontrast im Kopf.

Tipps

In Japan kann man viel Geld ausgeben und alle "Standard"-Sehenswürdigkeiten besuchen. Aber warum? Warum sollte man 15€ bezahlen um auf den Skytree zu kommen, wenn es in der Stadt diverse kostenlose Aussichtsplattformen gibt und davon abgesehen, man will die schönsten Gebäude der Stadt doch auf dem Foto haben und nicht auf ihnen stehen. Das Gleiche gilt auch für Hotels, die in Japan sehr teuer sein können, dabei gibt es viel gemütlichere und schönere Lösungen! Ihr findet hier also keine Liste mit klassischen ToDos in Japan, sondern Dinge die mich fasziniert haben und die ich uneingeschränkt empfehlen kann!

  • Schlafen in einem Ryokan: ein traditionelles japanisches Hotel in dem man auf Futons schläft. Es ist sehr gemütlich und auch für ältere Menschen geeignet (persönlich getestet!). Zudem gibt es diverse Rituale, wie beispielsweise Schuhe am Eingang ausziehen und hinein in die Hausschuhe; für die Toilette muss man dann die Hausschuhe gegen Toilettenschuhe tauschen usw ;)
  • Abgefahren Essen: Es gibt Restaurants wo man an einer Maschine am Eingang bestellt, eine Rechnung bekommt und das Essen dann von einem Kellner an den Tisch gebracht bekommt. Die Maschine blinkt, macht Musik und sieht aus wie ein einarmiger Bandit aus einem Spielcasino in Vegas (z.B. Yayoiken Gorokarasuma). Sushi essen kann ähnlich aufregend sein, in einem Kaiten Sushi (Förderband) sind zwei Bänder: auf dem einen laufen die Teller mit unterschiedlichen Sachen an einem vorbei und man kann diese einfach runternehmen; das andere steht still, bestellt man allerdings was über das tischeigene Tablet blinkt sofort alles und über das Band kommt die Bestellung aus der Küche direkt frisch an den Tisch.
  • Traditionell Essen: In einem kleinen japanischen Restaurant direkt am Tresen sitzen und seine japanische Suppe (Ramen) schlürfen.
  • Japanisch Essen: ist nicht jedermanns Sache, aber ich fand es war mehr als ein Erlebnis. In Toyama war ich in einem Restaurant in dem wirklich alles auf Japanisch stand und auch die Kellner kein Wort Englisch sprachen. Dafür sah es wirklich sehr sehr authentisch aus. Die Karte war auf Papierrollen geschrieben und an der Wand befestigt, der Tresen mit Schildern mit großen Zeichen zugehängt, sehr niedrige Tische und viele Menschen an kleinen Tischchen. Zum ersten Mal im Leben habe ich versucht (mangelns Kommunikation) nur mit Hilfe der im Lonely Planet angegebenen Sprachhilfen zu bestellen. Ich weiß nicht, wer das schon einmal probiert hat, aber es ist (fast) unmöglich. Nichts desto trotz, es ist ein riesen Erlebnis und macht sehr viel Spaß, auch obwohl die Empfehlung des Hauses garantiert irgendwelche Innereien waren ;)
  • Tateyama Kurobe Alpine Route: Alpenüberquerung mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln (Gondeln, Bus, Omnibus durch Stollen, zu Fuß, Zug). Die Überquerung ist für alle geeignet und jeder kann diese problemlos meistern.
  • Kostenlose Aussichtsplattformen in Tokyo: Dentsu Headquarters Building 46. und 47. Stock in der Nähe des Fischmarkts und Bunkyo City Center 25 Stock in Shinjuku (nicht sehr hoch, aber mit einem fantastischem Blick).
  • Als Mann in Tokyo im Sega Superstore (Akihabara) auf Toilette gehen: Dort sind Bildschirme angebracht und eine Mangareporterin berichtet vom Wetter. Je mehr man pinkelt desto doller weht bei ihr der Wind und ... 
  • Als Frau in Tokyo den Modetempel Shibuya 109 besuchen: einfach abgefahren.
  • Für alle in Tokyo: die Shibuya Kreuzung lässt sich am besten vom Starbucks im ersten Stock beobachten. Einfach einen Kaffee schnappen und ans Fenster setzen. Es lohnt sich :)
  • Kostenlose Aussichtsplattformen in Kyoto: Direkt auf die Dachterrasse des Bahnhofsgebäude gehen. Ist eh eines der höchsten Gebäude der Stadt.
  • Eigentlich alle Tempel in Kyoto: Meine absoluten Favoriten: Kinkaku-Ji und Fushimi Inari-Taisha.
  • Unbedingt alle Funktionen einer japanischen Toilette ausprobieren: wärmende Klobrillen, Dusche von unten, sich drehende und gleichzeitig desinfizierende Klobrillen und Musik sind nur einige der Funktionen ;)

Fjodor

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