Kambodscha

Fakten

Wer war da: Jana & Fjodor

 

Wann: Juli 2010

 

Anlass: Durch Zufall, denn wir hatten in Vietnam gehört, man MUSS nach Kamboscha

 

Reiseroute: Ho-Chi-Minh-City --> Phnom Penh --> Siem Reap --> Angkor Wat --> Bangkok

Kurztrip ins Land der Khmer

Kambodscha... dieses Land hatten wir nun gar nicht auf dem Radar als wir uns 2010 aufmachten, um Vietnam zu erkunden. Doch in Vietnam angekommen lernten wir schnell: wenn ihr schon mal hier seid, müsst ihr unbedingt nach Kambodscha. Es erübrigt sich wahrscheinlich zu erwähnen, dass es die vielen Backpacker waren, die uns von diesem noch günstigerem Reisedomiziel vorschwärmten und nicht die Vietnamesen :-) Dann haben wir uns entschieden das kleine Land zu besuchen - und es hat sich gelohnt.

 

Es wäre vermessen zu behaupten, dass wir das Land gut kennen, aber einen Eindruck konnten wir allemal gewinnen. Wir machten uns von Ho-Chi-Minh-City auf nach Phnom Penh (PP), die Hauptstadt. Die Busfahrt war ruckelig und der Grenzübergang ein Erlebnis. In PP angekommen, mussten wir feststellen: von befestigten Straßen hält man hier nicht so viel und auch sonst ist man hier wesentlich hinterwäldchlicher unterwegs als in anderen asiatischen Ländern. Vielleicht erkennt der ein oder andere von euch bereits an meinem "Unterton", dass PP keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es war die erste Station zu unserem eigentlichen Ziel: Angkor Wat. Ich bereue nicht in PP gewesen zu sein, denn ich denke, das jeder Ort einem etwas "mitgibt", aber noch einmal wieder kommen muss ich auch nicht. Nichts desto trotz sind mir der Königspalast und die Uferpromenade in Erinnerung geblieben :-)

 

Aber auch viele Bettler, von Landminen verstümmelte Menschen, arme, bettelnde Kinder. Dinge, die man auf seiner Reise eigentlich nicht sehen oder mit denen man sich nicht beschäftigen möchte... Doch gerade diese Dinge sind es, die Reisen in solchen Ländern und fernab von blankgeputzten Ferienresorts so besonders machen. Ich erkenne jedes Mal wie dankbar ich bin über das Privileg zu Reisen und ein gutes Leben zu haben.

 

Aber zurück zur Reise. Von PP ging es wieder im Bus nach Siem Reap. Die Busfahrt war ein Vergnügen sondergleichen, denn als einzige Touris zwischen all den Karaoke-singenden Kamboschanern zu sein, das hatte schon was :-) In Siem Reap angekommen, stellten wir fest, dass alle oben genannten Punkte auch hier Alltag sind. Aber wie immer auf Reisen gewöhnt man sich ziemlich schnell ein neue Zustände und kultuerelle Umstände und so fühlten wir uns auch in diesem Land ziemlich schnell wohl.

 

Wir blieben zwei Nächte in Siem Reap. Am ersten Abend trafen wir bekannte Gesichter: ein Pärchen, dass wir bereits in Vietnam kennen gelernt hatten. Ein sei an dieser Stelle gesagt: Das Bier in Kambodscha ist wirklich günstig, die Bier-Tower wirklich groß und die Nächte damit sehr sehr lang. Naja oder in unserem Fall sehr kurz, denn nach einer Nacht auf der Pub-Street ging es bereits um 3 Uhr Nachts nach Angkor Wat zum Sonnenaufgang. Als die Tuc-Tuc Hupe unseres Fahrers nach viel zu wenig Schlaf vor unserem Zimmer ertönte, hätte Fjodor mich am liebsten gekillt (ich erwähnte es bereits, er ist ein Morgenmuffel). Ja, es war viel zu früh, aber es hat sich wieder mal gelohnt so früh aufzustehen. 

 

Wir verbrachten den gesamten Tag in der Tempelanlage. Unser Fahrer brachte uns von A nach B. Das war nicht nur wegen der vorherigen Nacht toll, sondern auch weil es wirklich super warm war und die Strecken innerhalb der Anlage nicht zu unterschätzen sind.

 

Am nächsten Tag ging es mit dem Bus weiter Richtung Bangkok. Wieder mal Busfahren und wieder mal eine Erfahrung reicher. Ja, die Deutsche Bahn kann einen manchmal zur Weißglut treiben. Starke Nerven braucht es jedoch für eine Busfahrt von Kambodscha nach Thailand.

 

Hier eine kleine Abhandlung:

1) Einsteigen und los - soweit so gut

2) Im Tausch gegen seinen Ausweis, erhält jeder Fahrgast einen gelben Sticker mit einer Nummer, unser Ticket

3) Durch Minenfelder Richtung Grenze. "Please don't leave the Bus - very dangerous - there are mines". Erst dachten wir, wir haben uns verhöhrt... aber nein. Leider ist Kambodscha das am stärksten verminte Land der Welt - mit bis zu 270 Opfern pro Jahr. Dinge mit denen wir uns vor der Reise nicht beschäftigt haben und das Land abermals in ein anderes Licht rücken.

4) Es geht mit dem Bus auf eine Fähre und über einen Fluss. Eine gute Möglichkeit für die fliegenden Händler, die scharenweise versuchen uns diverse gegrillte Insekten anzubieten.... hmmm lecker :-)

5) Wir sind an der Grenze - die Pässe beim Busfahrer. So läuft das hier eben. Reisegruppe gelbe Sticker muss samt Gepäck den Bus verlassen und sich Richtung Grenzübergang machen - zu Fuß. Gemeinsam mit Kühen, Eseln und Co. überschreiten wir nach einer kurzen Fiebermessung die Grenze.

6) Die Pässe sind da - der Bus nicht. Der Kambodschanische Bus darf auf der thailändischen Seite nicht weiter fahren, daher bringt uns ein Kleintransporter zu einem Wartepunkt. Dort kommt dann ein anderer größerer Kleinbus und der bringt uns ENDLICH nach Bangkok.

7) Was für ein Ritt :-)

 

Tipps

Der Abstecher nach Kamboscha war jede noch so üble Busfahrt wert, denn mehr als in den anderen von uns zuvor bereisten Ländern, spürten wir wie unterschiedlich sich die einzelnen südost-asiatischen Nachbarländer entwickeln. Trotz der kurzen Zeit im Land der Khmer, hat es uns sehr begeistert und wir haben einige Tipps für euch:

 

Chicken Amok: Bestellt haben wir dieses Gericht wohl aufgrund des Namens :-) Überzeugt hat uns der Geschmack. Amok ist eine Gewürzmischung aus 6 verschiedenen Gewürzen: Lemongras, Kaffir leaves (Kaffernlimettenblätter), Paprika, Galangal, Curcuma, Finger root (chinesisches Ingwer). Serviert wird das im Amok marinierte Geflügel im Bananenblatt und ist auch noch optisch ein Knaller. Auch sehr lecker: Lok Lak ... hmmmmm [Jaaa... natürlich geht es wieder mit einem Food-Tipp los]

 

Beer-Tower: Was gibt es dazu noch zu sagen? Einfach bestellen und mit anderen Travellern teilen ;-)

 

Angkor Wat: Das Highlight des gesamten Landes. Nicht versuchen, wie wir alles an einem Tag zu schaffen, mindestens zwei oder besser drei Tage Zeit nehmen und in Ruhe diese alte Stadt erkunden!

 

Nicht die erste Reihe: Bettelnde Kinder sind überall und die lassen euch nicht in Ruhe, wenn ihr in der ersten Reihe an der Straße sitzt.

 

Massage: Unglaublich günstig und sehr professionell.

 

Gucken und verstehen: Das Land ist ganz anders als die Nachbarn. Obwohl der Krieg in Vietnam war, hat man das Gefühl, dass Kambodscha sich jetzt erst davon erholt. Die Menschen sind arm, die Prostitution allgegenwärtig und die Minen nicht weggeräumt. Als Reisender kann man sehr viel lernen und einen kleinen Teil zur Verbesserung beitragen, denn es gibt unglaublich viele Projekte, die man unterstützen kann. Von Kinderheimen, Schulen über Sozialzentren bis zu Restaurants mit schwer vermittelbaren Jugendlichen als Kellner sollte für jeden etwas dabei sein!

 

 

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