Südkorea

Fakten

 


Wer war da: Fjodor

 

Wann: Oktober 2013

 

Anlass: Arbeit und Psy

 

Reiseroute: Seoul --> Busan

Das nicht so typische Reiseland

Südkorea ist nicht für seine wunderschönen Strände, faszinierende Berglandschaften, große Salzseen oder prächtigen Riffe bekannt und steht daher nicht bei jedem auf der Reisewunschliste. Das Land ist allerdings technologisch sehr weit fortgeschritten (jeder kennt die Marke Samsung) und spätestens seit Psy alle Youtube-Charts (mit dem Song Gangnam Style) gesprengt hat, ist es mehr als nur der Nachbar vom isolierten Nordkorea. Grund genug für mich mich da mal umzuschauen ;)

Ich habe zwei Tage in Seoul (Hauptstadt) verbracht, bevor es mit dem Hochgeschwindigkeitszug (350km/h) in die Hafenstadt Busan im Süden ging. An das Land hatte ich ehrlich gesagt keine Erwartungen und war sehr positiv überrascht!

 

Technologie: Das Land ist vermutlich das technologischste in dem ich je war. Wirklich jeder hat ein Smartphone und selbst die 90 jährige Oma sitzt in der Bahn und macht irgendwas auf ihrem überdimensional großem Touchdisplay. Sobald ein Koreaner steht, holt er sein Smartphone raus und macht irgendwas damit. In der Bahn schielt also wirklich ausnahmslos jeder auf das flickernde Display - Wahnsinn. Ich mit meinem iPhone 5 sah dagegen wie ein 12 jähriger mit seinem ersten Handy aus. Es gibt überall kostenfreies WLAN, auf allen öffentlichen Plätzen, in der Bahn, im Restaurant, überall. Obwohl ich kein Dataroaming oder eine lokale Simkarte hatte, war ich immer online. 

 

Städte: Südkorea hat 50 Mio Einwohner auf einer Fläche knapp ein Drittel so groß wie Deutschland - es ist also sehr bevölkert und alle brauche Wohnraum. In Südkorea gilt es als sehr schick eine Wohnung in einem großen Hochhaus zu besitzen. Diese Wohnungsbunker erinnern vom Weiten auf der ersten Blick etwas an Plattenbauten aus alten Sowjetzeiten, sind allerdings hochmoderne Konstruktionen. Die Anzahl der Einwohner bringt auch einige Probleme, wie z.B. Luftverschmutzung oder Verkehrslärm. In Seoul wurde in den 60er Jahren ein Fluss zubetoniert und dadrüber in mehreren Stockwerken Schnellstraßen gebaut. Erst 2005 hat man die Straßen wieder abgerissen und den Fluss wieder freigelegt. Busan ist die größte Hafenstadt des Landes und eine der Haupttouristenorte für Koreaner. Mit nur knapp 4 Mio Einwohnern ist es gleichzeitig die zweitgrößte Stadt des Landes. Ich war sehr überrascht wie unterschiedlich die zwei Städte sind. Während Seoul gefühlt im Smog erstickt, herrscht in Busan ein sehr gutes Klima und rund um den Haeundae-Beach reines Strandfeeling. Spannend fand ich nur, dass ich der Einzige im Wasser am Strand war bei 32°.

 

Menschen: Zwei Dinge sind mir besonders bei Koreanern aufgefallen, beide sehr kitschig, aber so sind sie nunmal. 1) Karaoke ist Volkssport in dem Land. Es gibt unzählige Karaokebars, diese sind jedoch komplett anders als bei uns. Dort sind das immer Separees und man geht da mit seinen Freunden alleine rein. Niemand ausser der eigenen Gruppe bekommt dadurch etwas vom Gesang mit. 2) Ich habe noch nie so viele Liebesschlösser gesehen. Bei uns hängt man diese an Brücken und es passiert mal, dass diese dann mal einstürzt wie in Paris, aber in Südkorea gibt es ganze Landschaften damit. Die stellen Metallbäume auf und hängen so viele Schlösser dran, dass man nur noch die Schlösser sehen kann. Auch sehr beliebt: an das eigene Schloss eine Handyhülle mit dranhängen. Fragt mich bitte nicht warum die das machen, aber es ist sehr kurios :)

 

Psy: Er ist DER Superstar des Landes. Keine Werbung ist ohne Psy. Man bekommt das Gefühl, dass die Menschen so stolz sind und sich einfach sooo freuen, dass er überall zu sehen sein muss. 

 

Essen: Das Essen in Südkorea ist sehr speziell und sehr interessant. Es ist zudem ein sehr geselliges Essen. Eigentlich isst man aus einem Topf. In den Restaurants bekommt man entweder einen Hot Pot serviert mit bspw. frischem Fisch in einer Soße oder man hat in der Mitte des Tisches eine Feuerstelle und man bereitet die bestellten Zutaten selber zu. Die Sachen schmeckten mir immer sehr gut, auch wenn man nicht genau sagen kann was es ist ... 

 

DMZ und Nordkorea: Ich hatte leider nicht die Möglichkeit zur nordkoreanischen Grenze zu fahren. Obwohl ich nur einige Monate nach den Atomtests Nordkoreas in dem Land war, war alles erstaunlich ruhig. Ich wurde vor der Reise häufig gefragt, ob ich die Reise denn nicht absagen würde, denn es sei momentan ja sehr gefährlich. In Südkorea angekommen, habe ich nichts davon gemerkt. Die Menschen haben deren Alltag gelebt und der Nachbar ist und bleibt eben speziell.


Persönlicher Eindruck: Südkorea ist ein sehr spannendes Land. Die technologische Entwicklung spürt man an jeder Ecke und man merkt, dass die Koreaner nach vorne wollen. Was für mich sehr interessant war, ist, dass ich Korea so erlebt habe, wie ich mir immer Japan vorgestellt habe: technologisch, modern und ein riesiger Drang in die Zukunft. Versteht mich nicht falsch, Japan ist in der Hinsicht ähnlich, spannt allerdings einen Bogen zum Traditionellem. Lest mehr zu meiner Reise nach Japan hier.

 

Fjodor

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